10 Jahre Willkommensinitiative in Schildgen: Wie Geflüchtete hier Wurzeln schlugen
Stephen Schleich10 Jahre Willkommensinitiative in Schildgen: Wie Geflüchtete hier Wurzeln schlugen
Lokale Willkommensinitiative in Schildgen feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen
Die 2015 von rund 100 Bürgerinnen und Bürgern ins Leben gerufene Gruppe hat seitdem Geflüchtete dabei unterstützt, in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Viele von denen, die vor einem Jahrzehnt ankamen, arbeiten heute, studieren oder sprechen fließend Deutsch – ein Zeichen dafür, wie weit sie es gebracht haben.
Die Initiative entstand 2015, als sich Schildgener:innen zusammenschlossen, um neu ankommende Geflüchtete zu unterstützen. Einer von ihnen war Youssef Messraba, der aus Damaskus, Syrien, floh und noch im selben Jahr in den Ort kam. Mit Hilfe der Gruppe absolvierte er eine Ausbildung zum Elektroniker und studiert nun Elektro- und Medizintechnik.
Jubiläumsveranstaltung am 28. November Unter dem Titel "Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen" findet am 28. November eine besondere Veranstaltung statt. Marwah und Hosheen, zwei Geflüchtete, die sich in der Region eine neue Heimat aufgebaut haben, werden über ihre Wege der vergangenen zehn Jahre berichten. Ihre Geschichten zeigen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen auf – etwa Messrabas 20-monatige Wartezeit auf die Staatsbürgerschaft oder Begegnungen mit Vorurteilen.
Die Feierlichkeiten haben bereits begonnen: Noch bis zum 6. Dezember ist in der Pfarrhalle der Herz-Jesu-Kirche die Ausstellung "Himmel un Ääd" zu sehen, die 21 farbige Porträts von Geflüchteten zeigt. Die Schau gibt einen visuellen Einblick in die Lebenswege, die durch das Engagement der Initiative geprägt wurden.
Erfolgsbilanz nach zehn Jahren Heute sind 72 Prozent der von der Gruppe unterstützten Geflüchteten erwerbstätig, 15 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium. Die meisten sprechen mittlerweile fließend Deutsch – ein großer Unterschied zu ihren ersten Tagen in Schildgen.
Das Jahrzehnt des Engagements hat sichtbare Ergebnisse gebracht: stabile Arbeitsplätze, Bildungsabschlüsse und Sprachkompetenzen unter den Geflüchteten. Die anstehende Veranstaltung und die Ausstellung werden diese Erfolge der Gemeinschaft präsentieren. Für die Beteiligten ist das Jubiläum zugleich ein Moment, um über die geleistete Unterstützung nachzudenken – und über die Herausforderungen, die noch bleiben.






