Aachen bleibt Ingenieur-Hochburg – doch junge Menschen ziehen weiter
Aachen gilt seit langem als einer der wichtigsten Anlaufpunkte für Studierende und junge Erwachsene in Deutschland. Neue Zahlen unterstreichen nun die besondere Stellung der Stadt unter den Universitätsstädten – mit einem starken Fokus auf Ingenieurwissenschaften und einer sich wandelnden jungen Bevölkerung. Zwischen 2015 und 2022 studierten hier über 60 Prozent der Studierenden ein ingenieurwissenschaftliches Fach, ein Trend, der Aachen von anderen Städten abhebt.
Im Wintersemester 2022 zählte die Region Aachen, einschließlich des Forschungsstandorts Jülich, 60.315 eingeschriebene Studierende. Damit belegte sie bundesweit den neunten Platz nach Studentenzahlen. Zwar hat Berlin absolut mehr Ingenieurstudierende, doch die Konzentration in Aachen bleibt mit durchschnittlich 63,23 Prozent des Studierendenkörpers in den Ingenieurwissenschaften zwischen 2015 und 2022 außergewöhnlich hoch.
Auch demografisch sticht die Stadt hervor: Fast ein Viertel der Aachener Bevölkerung – 23 Prozent – gehört zur Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen. Innerhalb dieser Gruppe sind 13,8 Prozent Männer, der höchste Anteil in ganz Deutschland. Allerdings haben sich die Wanderungsbewegungen in den letzten zehn Jahren verändert. Zwischen 2014 und 2024 zogen jährlich durchschnittlich 9.990 junge Erwachsene nach Aachen, während 9.518 die Stadt verließen. Die Wanderungsbilanz dieser Altersgruppe sinkt seit 2014 kontinuierlich.
Aachens Ruf als bedeutende Universitätsstadt wird durch die hohe Zahl an Studierenden und den ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkt weiter gestärkt. Doch die rückläufige Wanderungsbilanz deutet darauf hin, dass immer weniger junge Menschen langfristig bleiben. Die Stadt bleibt ein bevorzugtes Ziel für junge Männer und Studierende, doch die künftige Entwicklung hängt davon ab, ob es gelingt, die junge Bevölkerung dauerhaft zu halten.






