24 March 2026, 02:22

Altersarmut in Deutschland: Warum Millionen Rentner um ihre Zukunft bangen müssen

Schwarze und weiße Zeitungsanzeige für die Pensionsinn in Dresden, Deutschland, mit Text auf weißem Hintergrund.

Altersarmut in Deutschland: Warum Millionen Rentner um ihre Zukunft bangen müssen

Altersarmut bleibt in Deutschland ein drängendes Problem – Millionen Menschen sind aufgrund niedriger Löhne und unzureichender Renten von Armut im Alter bedroht. Aktuelle Zahlen zeigen, dass 15,5 Prozent der Bevölkerung – etwa 13 Millionen Menschen – unter der Einkommensarmutsgrenze leben. Besonders betroffen sind Frauen, Alleinerziehende und Senioren, die im Ruhestand mit der größten finanziellen Unsicherheit konfrontiert sind.

Die Armutsgrenze in Deutschland liegt bei 1.378 Euro netto pro Monat. Doch die gesetzliche Rente deckt bei Über-65-Jährigen nur noch 53 Prozent des Bruttoeinkommens ab, sodass viele auf private Ersparnisse oder zusätzliche Arbeit angewiesen sind. Frauen sind dabei besonders gefährdet: Ihre Rentenansprüche liegen im Schnitt 31,4 Prozent niedriger als die der Männer.

Niedrige Löhne verschärfen das Problem weiter. Rund 9,2 Millionen Vollzeitbeschäftigte – das entspricht 40 Prozent der Erwerbstätigen – verdienen weniger als 3.500 Euro monatlich und riskieren damit, im Alter in Armut zu abrutschen. In Ostdeutschland ist die Lage besonders prekär: 60 Prozent der Vollzeitkräfte liegen unter dieser Grenze. In Hamburg sind es dagegen nur 15 Prozent, in Baden-Württemberg 33,6 Prozent.

Etwa 4,6 Millionen Deutsche20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten – kommen mit weniger als 2.750 Euro im Monat aus. Experten warnen, dass diese Einkommen ohne betriebliche oder private Altersvorsorge keinen sicheren Lebensabend ermöglichen. Ab 2026 wird die Verdienstgrenze für Minijobs angehoben, was Rentnern zumindest eine kleine Chance bietet, ihr Einkommen aufzubessern.

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Dietmar Bartsch, Abgeordnete der Linken, verweist auf das grundsätzliche Lohnproblem in Deutschland: Das Land sei keine Hochlohnwirtschaft. Dieses strukturelle Defizit erschwere es Millionen, ausreichend für den Ruhestand vorzusorgen.

Die Daten zeigen einen klaren Trend: Niedriglöhne und Rentenlücken treiben immer mehr Menschen in die Altersarmut. Da die gesetzliche Rente nur noch die Hälfte des früheren Einkommens abdeckt, sind private Rücklagen und zusätzliche Einnahmequellen unverzichtbar. Ohne weitere Reformen wird die finanzielle Belastung für Rentner – insbesondere für Frauen und Geringverdiener – voraussichtlich bestehen bleiben.

Quelle