Angélica Liddells provokante Mishima-Hommage feiert Uraufführung in Wien
Stephen SchleichAngélica Liddells provokante Mishima-Hommage feiert Uraufführung in Wien
Angélica Liddell präsentiert ihre neueste Arbeit Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben im Volkstheater
Die Uraufführung ist Teil der Wiener Festwochen, die sich mit den Themen Leben, Tod und dem Makabren auseinandersetzen. Liddell lässt sich dabei vom rituellen Selbstmord des japanischen Schriftstellers Yukio Mishima inspirieren.
Am 7. Januar 2024 wurde die Künstlerin in Madrid Zeugin des Suizids einer Frau – eine Erfahrung, die ihre zweistündige Produktion tiefgreifend prägte. Die Inszenierung steuert auf einen intensiven Höhepunkt zu, in dem Liddell den Suizid als bewusste Entscheidung verteidigt.
Die Performance verbindet Ekstase, schwarzen Humor und explizite Szenen. In einer surrealen Szene posiert ein Bodybuilder zwischen sich entkleidenden jungen Männern. Liddell und eine weitere Darstellerin vermischen ihr Blut auf der Bühne und verstärken so die rohe emotionale Wucht des Stücks.
Zudem inszeniert Liddell Mishimas Seppuku nach – den rituellen Suizid, den er selbst in Szene setzte und vollzog. Durch die Kleidung fremder Menschen erkundet sie deren Leben und Tod und verwebt persönliche mit historischen Erzählsträngen.
Mit seinen provokanten Themen und schonungslosen Darstellungen fordert das Stück das Publikum heraus. Es hinterlässt einen bleibenden Eindruck durch die Auseinandersetzung mit Sterblichkeit und menschlicher Verletzlichkeit. Die Wiener Festwochen setzen auch mit solchen Grenzüberschreitungen ihre Tradition fort, künstlerische Tabus zu brechen.






