22 March 2026, 00:27

Atommüll-Transporte aus Jülich nach Ahaus starten trotz Proteste und unklarer Zukunft

Verlassener Gebäuderaum im Chernobyl-Ausschlussgebiet mit verstreuten Trümmern, freiliegenden Wänden, Decke und strukturellen Elementen.

Atommüll-Transporte aus Jülich nach Ahaus starten trotz Proteste und unklarer Zukunft

Deutschland bereitet die Verlegung von 152 Castor-Behältern mit atomarem Abfall vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus vor – trotz jahrelanger Proteste. Die ersten Transporte sollen bereits nächste Woche beginnen und leiten damit eine lange verzögerte Aktion ein. Der Müll lagert seit vier Jahrzehnten am Standort, ohne dass eine dauerhafte Lösung für seine Entsorgung in Sicht ist.

Der Versuchsreaktor in Jülich wurde zwar bereits 1988 stillgelegt, doch sein radioaktiver Abfall befindet sich seitdem vor Ort. Seit 2013 betreibt die Anlage ihr Zwischenlager ohne gültige Genehmigung, was zu einem langwierigen juristischen und politischen Streit über die Zukunft der Lagerung führte. Lokale Behörden und Atomkraftgegner versuchten wiederholt, die Verbringung zu stoppen – bisher ohne Erfolg.

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Der Atommüll soll nun in über 50 Einzeltransporten nach Ahaus gebracht werden, obwohl auch dort die Lagergenehmigung 2036 ausläuft. Eine endgültige Lösung für die Abfälle gibt es nicht, und die erneute Debatte über Kernenergie in Deutschland – unterstützt von Persönlichkeiten wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron – verkompliziert die Diskussion zusätzlich. Gleichzeitig rücken "kleine modulare Reaktoren" (SMR) in den Fokus, die zwar weniger Abfall versprechen, in der Praxis aber noch nicht erprobt sind.

Bisher ist noch kein einziger Castor-Behälter aus Jülich abtransportiert worden, da die ersten Lieferungen ursprünglich erst für April 2026 geplant waren. Das Forschungszentrum wehrt sich seit Langem dagegen, den Müll länger vor Ort zu behalten, und drängt auf eine Verlegung – trotz anhaltender Unsicherheiten.

Die Transporte werden trotz ungelöster Fragen zur langfristigen Lagerung durchgeführt. Ahaus nimmt den Atommüll vorläufig auf, doch auch dort steht das Zwischenlager vor einem absehbaren Ende der Genehmigungsfrist. Derzeit steht vor allem der Abtransport im Mittelpunkt – während sich Deutschlands übergeordnete Atomstrategie weiterentwickelt.

Quelle