Bergisch Gladbach: 185 Kinder ohne Betreuungsplatz trotz gesetzlichem Anspruch
Stephen SchleichBergisch Gladbach: 185 Kinder ohne Betreuungsplatz trotz gesetzlichem Anspruch
Bergisch Gladbach kämpft mit massivem Mangel an Betreuungsplätzen für Schulkinder
Besonders dramatisch ist die Situation in den Stadtteilen Moitzfeld und Heidkamp, wo die Nachfrage nach Betreuungsangeboten das Angebot bei Weitem übersteigt. Ab dem kommenden Schuljahr haben Erstklässler in Deutschland zwar einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung – doch viele werden weiterhin leer ausgehen.
An der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Heidkamp sind fast 300 Schülerinnen und Schüler angemeldet, doch im Offenen Ganztag (OGS) stehen nur 200 Plätze zur Verfügung. Damit bleiben 100 Kinder ohne gesicherten Betreuungsplatz. In ganz Bergisch Gladbach ist die Lage ähnlich prekär: 185 angemeldete Kinder erhalten keinen Platz, und 32 Kinder, die einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung haben, können nicht untergebracht werden.
In Moitzfeld liegt die Abdeckungsquote der OGS-Plätze bei nur 58 Prozent – deutlich unter dem städtischen Durchschnitt von 76,9 Prozent. Allein an der GGS Moitzfeld erhalten 13 Erstklässler mit gesetzlichem Betreuungsanspruch keinen Platz. Die Stadt plant zwar, an der Heidkamp-Schule eine sogenannte „erweiterte Betreuung“ einzuführen, die für eine monatliche Gebühr von 70 Euro pro Kind bis zu zehn zusätzliche Plätze von 11:30 bis 14:00 Uhr bietet. Doch dieses Modell erfüllt nicht die gesetzliche Vorgabe von acht Stunden Betreuung pro Tag.
Eine langfristige Lösung – der „bedarfsorientierte Ausbau“ der GGS- und OGS-Einrichtungen in Moitzfeld – soll erst 2027 beginnen. Bis dahin werden viele Kinder die ihnen zustehende ganztägige Betreuung nicht erhalten. Die aktuellen Pläne der Stadt, einschließlich der erweiterten Betreuungszeiten, genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen. Ohne schnellere Maßnahmen wird die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot bestehen bleiben.






