Bergisch Gladbach streitet über Sanierung von Jugendzentrum und Bürgerzentrum Bergischer Löwe
Stephen SchleichBergisch Gladbach streitet über Sanierung von Jugendzentrum und Bürgerzentrum Bergischer Löwe
Pläne zur Aufwertung der Jugendeinrichtungen und des Bürgerzentrums in Bergisch Gladbach sorgen für politische Diskussionen
Der Jugendhilfeausschuss und der Haushaltsausschuss haben zwar Notfall-Sanierungen für das Jugendzentrum Q1 bewilligt, doch über umfassendere Renovierungspläne für das Gebäude Bergischer Löwe gibt es noch keine Einigung. Die Finanzierung und eine langfristige Strategie sind zu zentralen Streitpunkten geworden.
Die Stadtverwaltung hat 2,5 Millionen Euro für die Modernisierung der Elektroinstallationen im kommunalen Teil des Bergischen Löwen beantragt. Alexandra Meuthen, Leiterin des Liegenschaftsamts, warnte, dass die veraltete Verkabelung ein ernstes Überschwemmungsrisiko berge und die Situation "potenziell lebensbedrohlich" sei. Die geplanten Arbeiten sollen zudem als Übergangslösung dienen, bis eine Komplettsanierung des Gebäudes erfolgt.
Unterdessen unterstützte der Jugendhilfeausschuss dringende Sicherheitsnachrüstungen in den Bereichen Brandschutz und Elektrik im Jugendzentrum Q1 am Quirlsberg. Zudem entsteht an der Oberen Hauptstraße ein neues Jugendzentrum mit einer 250 Quadratmeter großen Gemeinschaftsfläche für Pfadfindergruppen und das Kita-Museum. Die genauen Nutzungsbedingungen werden mit den künftigen Mietern abgestimmt.
Die CDU drängte auf massive Haushaltskürzungen und eine Neuordnung der Prioritäten, wodurch Bürgermeister Marcel Kreutz gezwungen war, bei SPD und Grünen um Unterstützung zu werben. SPD-Fraktionschef Klaus Waldschmidt hinterfragte die Logik teurer Teilsanierungen und forderte den Rat auf, auf ein Gesamtkonzept zu warten. Der Haushaltsausschuss verschob die Beratungen über den diesjährigen Haushalt und den Stellenplan bis zur nächsten Ratssitzung am kommenden Dienstag.
Unklar bleibt weiterhin die geplante Verlegung des Jugendzentrums Q1 in die Alte Zentralwerkstatt. Zwar gilt das Zanders-Gelände offiziell noch als bevorzugter Standort, eine endgültige Entscheidung steht jedoch aus. CDU, Grüne und SPD einigten sich einstimmig darauf, die formelle Haushaltsabstimmung zu vertagen.
Die beschlossenen Notfallmaßnahmen werden zwar akute Sicherheitsmängel im Q1 und im Bergischen Löwen beheben, doch die langfristigen Pläne für das Jugendzentrum und die Sanierung des Bürgerzentrums hängen von weiteren Ratsbeschlüssen ab. In der nächsten Sitzung am Dienstag wird entschieden, ob die geplante 2,5-Millionen-Euro-Sanierung der Elektroanlagen vorankommt.






