Berliner Buchstabenmuseum schließt – Retter für Neon-Ikonen wie den "Dekorativen Fisch" gesucht
Felicia BeyerBerliner Buchstabenmuseum schließt – Retter für Neon-Ikonen wie den "Dekorativen Fisch" gesucht
Das Berliner Buchstabenmuseum mit rund 3.500 Neonleuchtreklamen und -buchstaben soll bis Jahresende schließen. Hohe Energiekosten und steigende Betriebskosten haben den Weiterbetrieb unwirtschaftlich gemacht. Zu den bekanntesten Exponaten zählt der "Dekorative Fisch", ein leuchtendes Relikt aus dem Ost-Berlin der 1980er-Jahre.
Die Sammlung des Museums birgt großen kulturellen Wert, bewahrt sie doch Fragmente der Berliner, der DDR- und der deutschen Geschichte. Viele der Neonbuchstaben und -schilder stammen aus der GDR-Ära, darunter der berühmte "Dekorative Fisch", der ursprünglich Anfang der 1980er-Jahre für einen Wohnkomplex am Frankfurter Tor geschaffen wurde. Um 1999 wurde er durch eine Replik ersetzt, während das Original abgebaut und später vom Museum gerettet wurde.
Seit der Pandemie sind die Besucherzahlen um die Hälfte eingebrochen, was die finanzielle Not weiter verschärft hat. Gründerin und Leiterin Barbara Dechant sowie ein 120 Mitglieder zählender Verein – darunter der Designer Lucas de Groot – haben das Museum bis heute am Laufen gehalten. Da kein neuer Standort in Sicht ist, sucht das Team nun nach einem Depot für die Sammlung und nach Partnern, die künftige Ausstellungen – ob teilweise oder vollständig – ermöglichen könnten.
Der "Dekorative Fisch" selbst prägt seit vier Jahrzehnten das Bild Friedrichshains – zunächst als öffentliche Installation, heute als Herzstück des Museums. Sein Erhalt und der vieler weiterer Exponate hängt davon ab, ob bis zur endgültigen Schließung des aktuellen Standorts eine tragfähige Lösung gefunden wird.
Mit der Schließung des Museums ist das Schicksal der 3.500 Neonbuchstaben ungewiss. Dechant und ihr Team werden die kommenden Monate nutzen, um Lager- und Ausstellungsmöglichkeiten zu prüfen. Ohne einen festen Standort droht dieses Stück Berliner Bildgeschichte in Vergessenheit zu geraten.