13 June 2026, 00:24

Berlins Kulturschaffende kämpfen vor der Wahl um ihre Zukunft und mehr Förderung

Welchen Weg für die Kultur?

Berlins Kulturschaffende kämpfen vor der Wahl um ihre Zukunft und mehr Förderung

Berlins Kulturszene erhöht vor der Wahl den Druck auf die Politik

Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Aktionswoche gestartet, um bessere Förderung und mehr Anerkennung für den Kulturbereich zu fordern. Prominente Vertreter der Berliner Kunst- und Theaterszene versammelten sich, um ihre Sorgen und Forderungen zu äußern – kurz vor den anstehenden Wahlen.

Zum Auftakt der Kampagne erschienen namhafte Gäste, darunter Katharina Marg von der Linken sowie die Grünen-Politiker Ronja Losert und Bertram von Boxberg. Ihre Teilnahme unterstrich das überparteiliche Interesse an den Zielen der Initiative.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Beim Event kritisierte Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, die jüngsten Kürzungen im Kulturbudget als kurzsichtig. In einer persönlichen Anekdote erzählte er, wie das Theater in Paderborn sein Leben mit 14 Jahren geprägt habe – ein Beispiel für die prägende Kraft kultureller Einrichtungen. Reese warnte zudem vor der drohenden Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße, das aufgrund finanzieller Engpässe vor dem Aus steht.

Gabi Dan Droste, Leiter des FELD Theaters, verglich die aktuelle Förderungskrise mit dem Mythos von Ikarus: Ohne ausreichende Unterstützung drohe der Absturz. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, äußerte Bedenken, dass Werkstätten künftig sogar Miete an eine andere landeseigene Institution zahlen müssten – eine zusätzliche finanzielle Belastung.

Die Initiative will ihre Botschaft unübersehbar machen: Unter dem Hashtag #deineStimmefürKultur soll der Slogan in Berlins Kultureinrichtungen präsent sein. Zudem bereiten Institutionen und Verbände „Wahl-Lackmustests“ für Kandidat:innen vor – mit Zusagen zur Stabilisierung und zum Ausbau der kulturellen Bildung. Ihre Forderungen sind in der „Berliner Erklärung“ festgehalten, die mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur sowie verlässlichere Förderstrukturen verlangt.

Ziel der Kampagne ist es, Kultur als zentrales Wahlkampfthema in Berlin zu verankern. Durch eine flächendeckende Präsenz ihrer Forderungen und klare Benchmarks für die Politik will die Initiative langfristige Unterstützung für die Kunst sichern. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der viele Einrichtungen ohne höhere Zuschüsse vor der Schließung oder Insolvenz stehen.

Quelle