27 June 2026, 02:27

Brasilien versteigert 19 Ölblöcke im Amazonas – trotz Klimakritik und fehlender Umweltprüfung

Brasilien wegen angeblicher Klimahypokrisie beschuldigt, als Amazonien-Ölblöcke vor COP30 versteigert werden

Brasilien versteigert 19 Ölblöcke im Amazonas – trotz Klimakritik und fehlender Umweltprüfung

Brasiliens Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) veranstaltet am 17. Juni 2025 eine Versteigerung fossiler Brennstoffe. Dabei wurden 172 Erdöl- und Erdgasblöcke angeboten, von denen sich 68 in der brasilianischen Amazonasregion befinden. Multinationale Konzerne und staatliche Unternehmen sicherten sich 19 dieser Blöcke, die riesige Meeresgebiete umfassen.

Zu den versteigerten Flächen gehörten 47 Blöcke an der Mündung des Amazonas, von denen 19 erfolgreich vergeben wurden – insgesamt eine Marinefläche von 16.312 km². Zu den Hauptkäufern zählten Chevron, Chinas CNPC, ExxonMobil sowie der brasilianische Staatskonzern Petrobras. Die Versteigerung erfolgte, obwohl zuvor keine Umweltverträglichkeitsprüfung der Sedimentgebiete (AAAS) durchgeführt worden war.

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Kritik an dem Verkauf ließ nicht lange auf sich warten. Gisela Hurtado von Stand.earth warf der Regierung vor, indigene Gebiete zu gefährden und das Pariser Klimaabkommen zu missachten. Carolina Marçal vom Instituto ClimaInfo warnte, die Versteigerung werde die Klimakrise verschärfen und das Risiko extremer Wetterereignisse erhöhen. Ilan Zugman von 350.org Lateinamerika bezichtigte die Regierung, eine gerechte Energiewende zu vernachlässigen und stattdessen auf fossile Brennstoffe zu setzen.

Es folgten rechtliche Schritte: Die Bundesstaatsanwaltschaft Brasiliens beantragte eine einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Versteigerung und verwies auf Verfahrensmängel sowie eine unzureichende Folgenabschätzung. Zudem war die Versteigerung ohne die freie, vorherige und informierte Zustimmung indigener und traditioneller Gemeinschaften durchgeführt worden – ein Verstoß gegen die ILO-Konvention 169. Beobachter wiesen darauf hin, dass dies Brasiliens Glaubwürdigkeit als Gastgeber der COP30 untergrabe und widersprüchliche Signale an die internationale Gemeinschaft sende.

Die Versteigerung wies 19 Blöcke großen Ölkonzernen zu und erweitert damit die Förderung fossiler Brennstoffe im Amazonasgebiet. Rechtliche Klagen und Kritik von Umweltschutzorganisationen stellen die Legitimität des Verfahrens jedoch infrage. Das Fehlen von Umweltprüfungen und der fehlende Konsens mit indigenen Gemeinschaften bleiben zentrale Streitpunkte.

Quelle