Buchhandlung in Bremen provoziert mit Zitaten des Kulturministers nach Verfassungsschutz-Ermittlung
Stephen SchleichBuchhandlung in Bremen provoziert mit Zitaten des Kulturministers nach Verfassungsschutz-Ermittlung
Ein Buchladen in Bremen hat für Aufsehen gesorgt, nachdem sein umstrittenes Motto eine Untersuchung durch den deutschen Verfassungsschutz ausgelöst hat. Die Goldene Buchhandlung präsentiert nun eine neue Fassade mit Zitaten von Kulturminister Wolfram Weimer selbst.
Sechs Personen brachten kürzlich ein Stofftransparent am Giebel der Buchhandlung an, das an Haken befestigt wurde, die in die Wand gebohrt worden waren. Zuvor prangte dort der Spruch „Deutschland verrecke bitte“.
Das Schaufenster zeigt nun ein großes Porträt Weimers zusammen mit seinen veröffentlichten Werken. Die Fassade ist mit handschriftlichen Zitaten des Ministers bedeckt, darunter „Das soll überhaupt kein Kulturkampf sein“ und „Das Konventionelle ist die neue Avantgarde“. Auch eine Flasche Sekt mit dem Etikett „Fürst von Weimer“ gehört zur Ausstellung.
Kulturminister Wolfram Weimer hatte den Verfassungsschutz angewiesen, die Buchhandlung wegen des ursprünglichen Slogans zu prüfen. Trotz der Überprüfung erhielt der Laden inzwischen ein Zertifikat, das ihn als „beste Buchhandlung unter Beobachtung des Verfassungsschutzes“ ausweist. Inhaberin Ausma Zvidrina erklärte, der Laden werde Weimers Bücher nicht ins Sortiment aufnehmen.
Die provokante Schaufenstergestaltung bleibt bestehen. Das Zertifikat und die neue Dekoration haben die Kontroverse zu einem öffentlichen Gesprächsthema gemacht. Weimers Untersuchung hat der Buchhandlung und ihrer Haltung ungewollt noch mehr Aufmerksamkeit beschert.






