"Debritz": Eine schrille Farce über Klimawandel und Landflucht in Karlsruhe
Felicia Beyer"Debritz": Eine schrille Farce über Klimawandel und Landflucht in Karlsruhe
„Debritz“: Eine neue Bühnenfarce über Klimawandel und Landflucht am Badischen Staatstheater Karlsruhe
Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat mit Debritz ein neues Stück Premiere gefeiert, das schrille Farce und Slapstick mit einer schonungslosen Darstellung eines abgehängten deutschen Dorfes verbindet. Mit Humor und bildhafter Erzählweise lotet die Produktion die Themen Klimawandel und strukturellen Niedergang im ländlichen Raum aus.
Das fiktive Dorf Debritz, einst ein blühendes Zentrum des Salzabbaus, dient als Schauplatz der Handlung. Heute ist es eine öde Gegend mit missratenen Ernten und schrumpfender Bevölkerung. Industrie und öffentlicher Nahverkehr sind verschwunden, die Gemeinschaft bleibt isoliert zurück. Das Dorf steht symbolisch für strukturschwache Regionen in Deutschland.
Die Inszenierung ist eine absurde Farce, gespickt mit Slapstick-Einlagen. Figuren wie Barbarossa oder Candy die Kerze sorgen für komische Entlastung in der düsteren Kulisse. Nur die Zuckerrübenbäuerin Peggy und ihr Freund Maik sind als voll ausgearbeitete Charaktere zu erkennen, die mit der Entscheidung hadern, zu bleiben oder wegzuziehen.
Kaleb Erdmann, der 1991 in Witten geborene Autor von Debritz, hat ein Stück geschrieben, das trotz einiger Schwächen von der spielfreudigen Energie des Ensembles profitiert. Die Schlusssequenz deutet eine postapokalyptische Zukunft an und fordert das Publikum auf, sich mit den drängenden Fragen der Gegenwart auseinanderzusetzen.
Mit beißendem Spott und zugleich berührenden Momenten wirft das Stück einen Blick auf den Verfall ländlicher Regionen und die ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Die Mischung aus Komik und ernsthaften Themen unterstreicht die Dringlichkeit, diese Probleme anzugehen. Debritz hat nun seinen Platz auf der Bühne in Karlsruhe eingenommen.
