Deutschland droht bis 2036 ein Rekord-Arbeitskräftemangel von 4,3 Millionen
Stephen SchleichDeutschland droht bis 2036 ein Rekord-Arbeitskräftemangel von 4,3 Millionen
Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sagt einen wachsenden Arbeitskräftemangel in Deutschland voraus. Bis 2036 könnte dem Land ein Fehlbestand von rund 4,3 Millionen Beschäftigten drohen. Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber der früheren Prognose des Instituts dar, die für 2024 noch bei knapp unter 3 Millionen lag.
Der IW-Bericht nennt restriktive Migrationspolitik und ein nachlassendes Interesse an Deutschland als Zielland als Hauptgründe für die nach oben korrigierte Schätzung. Die potenzielle Erwerbsbevölkerung wird nun voraussichtlich um 6,9 Prozent schrumpfen – von 55 Millionen im Jahr 2025 auf 51,2 Millionen im Jahr 2036. Bis dahin werden nur noch 9,8 Millionen Menschen das erwerbsfähige Alter erreichen, was die Lücke weiter vertieft.
Um den Mangel zu beheben, plädiert das Institut für eine Ausweitung des Arbeitskräftepotenzials. Zu den Empfehlungen gehören die verstärkte Anwerbung ausländischer Fachkräfte sowie die bessere Einbindung inländischer Gruppen, insbesondere von Migrantinnen. Zudem schlägt der Bericht vor, die individuellen Arbeitszeiten zu erhöhen und finanzielle Anreize zu schaffen, um Arbeit attraktiver zu gestalten.
Viele Vollzeitbeschäftigte haben signalisiert, dass sie bereit wären, länger zu arbeiten, wenn Steuern und Sozialabgaben gesenkt würden. Das IW fordert die Politik zudem auf, die Migrationsregeln zu überdenken, um die Belastung zu verringern. Gleichzeitig wird die Bevölkerung Deutschlands laut revidierten Daten des Statistischen Bundesamtes bis 2045 um 2,9 Prozent auf etwa 81,1 Millionen sinken.
Der Arbeitskräftemangel könnte bis 2036 auf 4,3 Millionen anwachsen. Die Vorschläge des IW zielen darauf ab, die Folgen durch politische Reformen und gezielte Rekrutierung abzumildern. Ohne Gegenmaßnahmen könnte der schrumpfende Arbeitsmarkt die Wirtschaft vor erhebliche Herausforderungen stellen.






