Dortmunds dunkles Kapitel: 23 mögliche Opfer in Missbrauchsaffäre
Borussia Dortmund sieht sich mit schweren Vorwürfen historischen Missbrauchs durch einen ehemaligen Manager konfrontiert. Der Verein hat Schritte eingeleitet, um die Vorfälle zu untersuchen, die sich auf die frühen 1990er- und frühen 2000er-Jahre zurückdatieren lassen. Mittlerweile sind die Behörden involviert – aktuell werden 23 mögliche Opfer geprüft.
Erstmals wurde der Verein in den 1990er-Jahren auf einen angeblichen Vorfall aufmerksam, konnte die Anschuldigungen damals jedoch nicht verifizieren. 2010 tauchten weitere Vorwürfe auf, doch auch diese ließen sich nicht ausreichend belegen. Erst 2023, als neue Beschuldigungen bekannt wurden, folgte die Entlassung des Mannes sowie die Aberkennung seiner Ehrenmitgliedschaft.
Im Oktober 2025 löste eine Untersuchung der Bild-Zeitung den Verein dazu, ein Hinweisgebersystem einzurichten. Einen Monat später beauftragte Borussia Dortmund eine unabhängige Überprüfung des Falls. Die Ermittler durchsuchten inzwischen die Wohnung des Beschuldigten und beschlagnahmten elektronische Geräte sowie Datenträger.
Die Staatsanwaltschaft Hagen führt nun eigene Ermittlungen durch. Borussia Dortmund rechnet bis Jahresende mit dem Abschlussbericht zum Missbrauchsfall. Der Verein hat zugesagt, die Ergebnisse der Untersuchung zu gegebener Zeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Fall bleibt sowohl intern als auch durch die Justizbehörden in aktiver Prüfung. Die Zahl der potenziellen Opfer beläuft sich derzeit auf 23.
