Energiewende-Monitoring: Warum der neue Bericht mehr Fragen als Antworten aufwirft
Felicia BeyerEnergiewende-Monitoring: Warum der neue Bericht mehr Fragen als Antworten aufwirft
Der jüngste Monitoring-Bericht zur Energiewende wurde am 15. September von einem Konsortium unter der Leitung der BET Consulting GmbH und des Instituts für Energiewirtschaft (EWI) an der Universität zu Köln vorgelegt. Die Bundesregierung hatte die Studie unter großem Zeitdruck in Auftrag gegeben, was Fragen zur Transparenz des Verfahrens aufwirft. Wichtige Details zu personellen Verflechtungen und offiziellen Kontakten bleiben weiterhin ungeklärt.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vergab den Auftrag an das EWI im Rahmen einer bestehenden Rahmenvereinbarung. Aufgrund des engen Zeitplans wurde statt eines vollständigen Berichts eine Metaanalyse in Auftrag gegeben. Die Leistungsbeschreibung umfasste den Strombedarf, die Versorgungssicherheit, den Netzausbau, den Ausbau erneuerbarer Energien, die Digitalisierung sowie die Entwicklung von Wasserstoff.
Parallel dazu beauftragte ein Unternehmensverbund – darunter Vonovia, Enpal und 1Komma5° – die Beratungsfirma Roland Berger mit einer Studie zu den wirtschaftlichen Vorteilen dezentraler Energieversorgung. Diese Untersuchung lief zeitgleich zum Regierungs-Monitoringbericht.
Auf Nachfrage gab die Bundesregierung keine Auskunft über mögliche personelle Überschneidungen zwischen EWI-Mitarbeitenden und ehemaligen oder aktuellen Kunden des Instituts. Zudem wurden keine Unterlagen zu Kontakten, Treffen oder Absprachen zwischen dem EWI und der Staatssekretärin Katherina Reiche für den Zeitraum von September 2015 bis August 2025 vorgelegt.
Die Vorlage des Berichts hinterlässt Lücken in der öffentlichen Transparenz. Es wurden keine Informationen zu potenziellen Interessenkonflikten oder offiziellen Kommunikation mit der Staatssekretärin bekannt gegeben. Die Schweigsamkeit der Regierung zu diesen Punkten folgt auf die schnelle Vergabe des Auftrags unter Zeitdruck.






