EU-Kommission legt umstrittene Reformpläne für den Emissionshandel vor
Felicia BeyerEU-Kommission legt umstrittene Reformpläne für den Emissionshandel vor
EU-Kommission legt erste Reformvorschläge für den Emissionshandel vor
Die Europäische Kommission wird an diesem Mittwoch ihre ersten Vorschläge zur Reform des EU-Emissionshandelsystems (EU-ETS) vorstellen. Die Änderungen folgen auf monatelange Debatten, in denen Branchenvertreter – insbesondere aus der chemischen Industrie – Anpassungen gefordert hatten, um die Belastung für Sektoren wie die Chemieindustrie zu verringern. In einem kürzlich erschienenen Gastbeitrag im Handelsblatt sprachen sich Evonik-Chef Christian Kullmann und der EU-Abgeordnete Peter Liese für einen ausgewogenen Ansatz bei den Reformen aus.
Bereits im März 2026 hatte die Kommission signalisiert, die Bedenken der Chemieindustrie aufgreifen zu wollen. Geplant waren unter anderem die Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate, die Beibehaltung der aktuellen Benchmarks sowie eine Überprüfung der Notfallregelungen für Wärme und Brennstoffe. Eine weitere zentrale Neuerung sieht vor, den Marktstabilitätsmechanismus (MSR) zu stärken, indem die Streichung von Zertifikaten dauerhaft abgeschafft wird.
Zudem sollen Kohlenstoffabscheidung und -nutzung (CCU, Carbon Capture and Utilization) in das System integriert werden. Kullmann, ein scharfer Kritiker des ETS, hatte zuvor entweder dessen Abschaffung oder eine grundlegende Reform gefordert. In ihrem gemeinsamen Artikel mit Liese im Handelsblatt riefen die Autoren die Politik auf, nach einem pragmatischen Kompromiss zu suchen, statt radikale Veränderungen voranzutreiben.
Die nun vorliegenden Vorschläge der Kommission werden konkretisieren, wie diese Anpassungen umgesetzt werden sollen. Besonders die Chemieindustrie könnte von überarbeiteten Benchmarks und dem weiteren Zugang zu kostenlosen Zuteilungen profitieren.
Die anstehenden ETS-Reformen werden maßgeblich beeinflussen, wie Industrien ihre Emissionen in den kommenden Jahren steuern. Kostenlose Zertifikate, angepasste Benchmarks und ein stabilerer Marktstabilitätsmechanismus sollen die Einhaltung der Vorgaben erleichtern. Letztlich wird sich zeigen, ob es der Kommission gelingt, mit ihren endgültigen Beschlüssen die richtige Balance zwischen Umweltzielen und wirtschaftlichen Realitäten zu finden.






