FDP-Landeschef Höne greift Merz an und kandidiert für Parteivorsitz
Stephen SchleichFDP-Landeschef Höne greift Merz an und kandidiert für Parteivorsitz
Henning Höne, Landesvorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen, hat Bundeskanzler Friedrich Merz und die schwarz-rote Koalition scharf kritisiert. Seine Äußerungen fielen zum ersten Jahrestag der Regierungsbildung. Gleichzeitig kündigte Höne an, sich bei dem anstehenden Parteitag Ende Mai um den Parteivorsitz zu bewerben.
Zur Bilanz der Koalition bezeichnete Höne Merz’ Amtsantritt als Kanzler als „außerordentlich schwach“. Er forderte den Kanzler auf, seine Führung kritisch zu hinterfragen, und warf ihm vor, sich von marktwirtschaftlichen Prinzipien verabschiedet zu haben. Stattdessen verfolge Merz laut Höne eine Politik, die eher der der SPD entspreche – obwohl er im Wahlkampf ganz andere Versprechen gegeben habe.
Als „größtes Problemfeld“ des Landes nannte Höne die wirtschaftliche Lage. Er kritisierte die zögerliche Umsetzung von Reformen und warnte, dass die aktuelle Regierung noch unpopulärer sei als die vorherige Ampelkoalition zu deren Tiefpunkt.
Der FDP-Politiker forderte dringendes Handeln bei längst überfälligen Reformvorhaben. Seine Aussagen deuten auf eine wachsende Spaltung innerhalb der Koalition in Fragen der Wirtschaftspolitik und der Führungsfrage hin.
Über Hönes Bewerbung um den Parteivorsitz wird auf dem FDP-Bundesparteitag Ende Mai entschieden. Seine scharfe Kritik an Merz und der Wirtschaftspolitik der Koalition lässt eine kontroverse interne Debatte erwarten. Das Ergebnis könnte die Positionierung der Partei in den kommenden Monaten maßgeblich prägen.






