09 May 2026, 22:25

Fußballgewalt bleibt trotz sinkender Verletzungen ein ungelöstes Problem

Zwei Fußballspieler mit Helmen und Uniformen ringen auf dem Feld, während andere im Hintergrund zuschauen.

Fußballgewalt bleibt trotz sinkender Verletzungen ein ungelöstes Problem

Verletzungen im deutschen Profifußball gehen zurück – doch Gewalt bleibt Problem

Die Zahl der Verletzungen in Verbindung mit Spielen der drei höchsten deutschen Fußballligen ist in der vergangenen Saison gesunken. Insgesamt wurden 1.107 Fälle registriert – 231 weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang um 17 % gegenüber der Spielzeit 2023/24 entspricht. Trotz dieser positiven Entwicklung zeigen sich die Behörden besorgt über anhaltende Gewalt und Sicherheitsrisiken.

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Unter den Verletzten waren 160 Polizisten und 89 Sicherheitskräfte. Die Verantwortlichen bewerteten die Zahlen trotz des Rückgangs weiterhin als inakzeptabel hoch.

Auch die Anzahl der strafrechtlichen Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Spieltagen ging zurück. Die Behörden leiteten 5.197 Verfahren ein – ein Minus von 22 % im Vergleich zur Vorsaison. Fast die Hälfte der erfassten Straftaten betraf Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Verstöße gegen die öffentliche Ordnung und Sachbeschädigung.

Allerdings stieg der Missbrauch von Pyrotechnik deutlich an. Die Meldungen über den illegalen Einsatz von Bengalos und Feuerwerkskörpern kletterten um 73 % auf 4.783 dokumentierte Verstöße. Dieser Anstieg steht im Kontrast zum allgemeinen Rückgang bei Verletzungen und Straftaten.

Forderungen nach härteren Konsequenzen

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul verurteilte die Gewalt scharf. Über 1.000 Verletzte in einer einzigen Saison seien „nicht hinnehmbar“, betonte er. Reul forderte strengere Maßnahmen, darunter ein generelles Stadionverbot für gewalttätige Straftäter.

Fansprecher und Unterstützergruppen wiesen jedoch Vorwürfe einer flächendeckenden Gewalt zurück. Sie argumentierten, die Stadien seien weiterhin gut besucht, und sowohl Strafanzeigen als auch Verletzungen lägen seit Jahren im Promillebereich. Der Dachverband der Fangruppen bezeichnete die Darstellung einer „um sich greifenden Gewalt“ als übertrieben und sachlich falsch.

Debatte um Sicherheit und Strafen hält an

Obwohl die Saison 2023/24 weniger Verletzungen und Straftaten verzeichnete, bleiben der Umgang mit Pyrotechnik und gewalttätige Vorfälle ein Streitpunkt. Während die Behörden auf verschärfte Sanktionen drängen, relativieren Fanvertreter das Ausmaß des Problems. Die Diskussion über Spieltagsicherheit und Durchsetzungsmaßnahmen geht weiter.

Quelle