FWG Bergisch Gladbach wählt neuen Vorstand und fordert Sparsamkeit in der Haushaltskrise
Hilde KochFWG Bergisch Gladbach wählt neuen Vorstand und fordert Sparsamkeit in der Haushaltskrise
Die Freie Wählergemeinschaft Bergisch Gladbach (FWG) hat eine neue Führungsspitze gewählt. Rainer Röhr, bisheriger Fraktionsvorsitzender der Gruppe, übernimmt nun den Vorsitz. Die Organisation hat zudem klare Schwerpunkte für die angespannte Haushaltslage der Stadt gesetzt.
Auf ihrer letzten Versammlung wählte die FWG einen neuen Vorstand. Neben Röhr als Vorsitzendem wurde Willy Bartz zu seinem Stellvertreter bestimmt. Sonja Förster, Deborah Pätsch, Brigitte Abel-Freitag, Christian Maimer und Martin Freitag komplettieren das Team. Die Gruppe betonte, sie wolle als bürgerorientierte Stimme in der Kommunalpolitik wirken.
Bergisch Gladbach steckt in einer sich verschärfenden Haushaltskrise. Bis 2026 rechnet die Stadt mit einem Defizit von rund 49 Millionen Euro, was zu drastischen Steigerungen bei den Grundsteuern führt. So soll der Hebesatz der Grundsteuer B von 571 Prozent im Jahr 2022 auf 950 Prozent im Jahr 2026 steigen – für manche Bürger bedeutet das eine Belastung von bis zum 32-Fachen. Die Debatten über steigende Personal- und Betriebskosten halten an. Die CDU lehnt den aktuellen Haushaltsentwurf ab und fordert strengere Schuldengrenzen, einen Stopp weiterer Steuererhöhungen sowie schärfere Ausgabenkontrollen. SPD und Grüne kritisieren hingegen geplante Maßnahmen wie Deckelungen bei den Personalkosten und warnen vor negativen Folgen für die Verwaltung.
Die FWG pocht auf einen verantwortungsvollen Umgang mit dem 45-Millionen-Euro-Sonderfonds für Infrastrukturprojekte. Das Geld müsse ausschließlich für dringende Vorhaben verwendet werden und dürfe nicht zweckentfremdet werden. Bürger äußern zudem Unmut über aus ihrer Sicht unnötige Ausgaben. Angesichts der düsteren Finanzprognosen des Stadtkämmerers warnt die FWG davor, Konflikte einfach durch höhere Bewilligungen beizulegen.
Der neu gewählte Vorstand will die Ausgaben Bergisch Gladbachs künftig strenger prüfen. Im Fokus stehen die Vermeidung von Fehlsteuerungen und die Sicherstellung, dass Gelder dort fließen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Die Haltung der Gruppe spiegelt die wachsende Sorge der Bürger über steigende Kosten und Haushaltsentscheidungen wider.






