Gigantischer Kühlturm in Gelsenkirchen-Scholven mit kontrollierter Sprengung gefallen
Maria-Luise KensyGigantischer Kühlturm in Gelsenkirchen-Scholven mit kontrollierter Sprengung gefallen
Kühlturm des Kraftwerks Gelsenkirchen-Scholven durch kontrollierte Sprengung abgerissen
Am 6. September 2025 wurde ein gewaltiger Kühlturm des Kraftwerks Gelsenkirchen-Scholven durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen. Die Detonation markierte einen wichtigen Meilenstein im Plan des Energieunternehmens Uniper, den ehemaligen Kohlestandort in einen modernen Energieknotenpunkt umzuwandeln. Behörden bestätigten, dass die Aktion reibungslos verlief und keine Evakuierungen in der Umgebung erforderlich waren.
Die Abrissarbeiten hatten bereits im April 2024 begonnen und richteten sich zunächst gegen den Kohleblock des Scholven-Kraftwerks. Für die Sprengung des 11.000 Tonnen schweren Bauwerks wurden 60 Kilogramm Sprengstoff eingesetzt. Ingenieure hatten zuvor vertikale und Sturznuten angelegt, um den Einsturz in die gewünschte Richtung zu lenken.
Die Sprengmeisterin Ulrike Matthes von der Thüringer Sprengmittel GmbH leitete die Aktion. Obwohl eine 300 Meter große Sicherheitszone eingerichtet wurde, konnten Anwohner in ihren Häusern bleiben. Uniper plant nun, den Betonschutt vor Ort zu recyceln und damit die hinterlassenen Baugruben aufzufüllen.
Dr. Martin Hein, bei Uniper für den Rückbau verantwortlich, skizzierte die weiteren Schritte für 2025 und 2026. Als Nächstes werden das Kesselhaus F und die REA-Anlage demontiert, um Platz für ein wasserstofftaugliches Gaskraftwerk zu schaffen. Die neue Anlage soll vollständig mit Wasserstoff betrieben werden und den Standorts beim Ausstieg aus der Kohle unterstützen.
Dr. Lars Wiese, der Werksleiter, bezeichnete die Sprengung als deutliches Zeichen des Fortschritts. Er betonte den Wandel hin zur Dekarbonisierung, ohne dabei die Versorgungssicherheit zu gefährden, und unterstrich die Zukunft des Standorts als Industriestandort.
Mit dem Abriss des Kühlturms verschwindet ein Wahrzeichen der Kohleära aus Gelsenkirchen. In den kommenden Phasen wird Uniper die Umgestaltung des Geländes abschließen: Wasserstofffähige Infrastruktur soll die alten Kohleblöcke ersetzen. Durch recycelte Materialien und das neue Kraftwerk wird sich die energetische Rolle der Region in den nächsten Jahren grundlegend verändern.






