09 June 2026, 02:16

Indischer Stahlriese Jindal Steel buhlt um Thyssenkrupp-Stahlsparte

Angebot aus Indien für Thyssenkrupp Steel

Indischer Stahlriese Jindal Steel buhlt um Thyssenkrupp-Stahlsparte

Indischer Stahlkonzern Jindal Steel bietet für Thyssenkrupp-Stahlsparte an

Der indische Stahlproduzent Jindal Steel hat ein Angebot für den Kauf der Stahlsparte von Thyssenkrupp vorgelegt. Das unverbindliche Gebot kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der deutsche Konzern ursprünglich ein Joint Venture mit dem tschechischen Milliardär Daniel Křetínský geplant hatte. Sollte der Deal genehmigt werden, könnte er die europäische Stahlindustrie grundlegend verändern.

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Die Stahlsparte von Thyssenkrupp verzeichnete im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro bei einem bereinigten Betriebsergebnis von 261 Millionen Euro. Eigentlich sollte die Sparte mit Křetínskys EP Corporate Group ein Gemeinschaftsunternehmen bilden – doch Jindals Angebot eröffnet nun eine Alternative.

Jindal Steel, einer der größten integrierten Stahlproduzenten Indiens, ist auch in Afrika und Australien aktiv. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 12 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von 22 Prozent. Bei einem erfolgreichen Übernahmeversuch würde Thyssenkrupp Steel laut Jindals Plänen zum größten klimafreundlichen Stahlhersteller Europas aufsteigen.

Der indische Konzern hat zusätzliche Investitionen in Höhe von über zwei Milliarden Euro zugesagt, darunter die Fertigstellung eines Direktreduktionswerks (DRI) in Duisburg. Der Thyssenkrupp-Aufsichtsrat wird das Angebot anhand wirtschaftlicher Vorteile, der Ziele der grünen Transformation und der Arbeitsplatzsicherheit bewerten. Sowohl Thyssenkrupp als auch Křetínský behalten sich vor, den zuvor vereinbarten Verkauf von 20 Prozent der Anteile am Joint Venture rückgängig zu machen.

Die Gewerkschaft IG Metall unterstützt das Angebot und bezeichnet es als positive Nachricht für die Belegschaft. Die Zukunft des Deals hängt nun von der Prüfung durch Thyssenkrupp und möglichen Verhandlungen ab.

Sollte Jindal Steels Angebot angenommen werden, könnte dies die Stahlaktivitäten von Thyssenkrupp grundlegend wandeln. Die finanzielle Stärke des Unternehmens und die Investitionszusagen dürften die endgültige Entscheidung beeinflussen. Ein erfolgreicher Deal hätte zudem Auswirkungen auf Křetínskys ursprüngliche Joint-Venture-Pläne.

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