27 April 2026, 18:21

Interreligiöser Dialog in Aachen: Wie Glaube Europa prägt und verbindet

Ein Plakat aus dem Jahr 1618, das eine detaillierte Karte von Mitteleuropa zeigt, mit Texten, die die religiöse Situation in der Region beschreiben.

Interreligiöser Dialog in Aachen: Wie Glaube Europa prägt und verbindet

Interreligiöser Dialog in Aachens historischem Krönungssaal

Am 30. Oktober 2025 fand im historischen Krönungssaal von Aachen ein interreligiöser Dialog statt. Veranstaltet von der Internationalen Karlspreis-Stiftung Aachen, brachte die Veranstaltung religiöse Führungspersönlichkeiten zusammen, um über Glauben, Demokratie und das Zusammenleben in Europa zu diskutieren. Fast 300 Teilnehmer füllten den Saal, sodass zusätzliche Sitzplätze für die große Besucherzahlen geschaffen werden mussten.

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Der unter dem Titel "Aachener Interreligiöser Dialog: Wie Religion Europa prägt" stehende Austausch zählte prominente Redner wie den Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, Kardinal Reinhard Marx und den islamischen Theologen Mouhanad Khorchide zu seinen Gästen. Jeder von ihnen beleuchtete die Rolle der Religion im modernen Europa – mit besonderem Fokus auf ihr Potenzial, Einheit statt Spaltung zu fördern.

Oberrabbiner Goldschmidt betonte die gemeinsamen demokratischen Werte, die im Judentum, Christentum und Islam verwurzelt sind. Er unterstrich, dass diese Religionen allesamt Prinzipien der Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Verantwortung vermitteln. Mouhanad Khorchide griff diesen Gedanken auf und verwies auf die Nächstenliebe und das friedliche Miteinander als gemeinsame Grundlage der verschiedenen Traditionen.

Kardinal Marx warnte davor, Religion als Instrument der Konfliktschürung zu missbrauchen. Stattdessen rief er die Anwesenden dazu auf, das verbindende Potenzial des Glaubens anzuerkennen. Die Diskussionen widmeten sich zudem der Frage, wie religiöse Werte mit dem liberal-demokratischen Rahmen Europas in Einklang gebracht werden können – samt den damit verbundenen Herausforderungen und Chancen.

Die hohe Teilnehmerzahl spiegelte das große öffentliche Interesse am Thema wider. Viele blieben auch nach dem offiziellen Programm, um die Gespräche fortzusetzen – ein Zeichen für die über den Saal hinausreichende Wirkung des Dialogs.

Die Veranstaltung endete mit einem Appell zur weiteren Zusammenarbeit zwischen den Religionsgemeinschaften. Die Teilnehmer verließen den Saal mit einem klareren Verständnis dafür, welche Rolle der Glaube bei der Gestaltung Europas Zukunft spielt. Die Stiftung plant, auf dieser Veranstaltung aufzubauen und künftig weitere Dialoge zu Glauben, Demokratie und sozialem Frieden zu fördern.

Quelle