16 March 2026, 16:26

Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Schwund hält an

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Schwund hält an

Im Jahr 2025 haben in Nordrhein-Westfalen weniger Menschen die katholische Kirche verlassen als im Vorjahr. Wie aus offiziellen Zahlen hervorgeht, gab es im vergangenen Jahr 84.440 Austritte – nach 86.946 im Jahr 2024. Trotz dieses leichten Rückgangs schrumpft die Zahl der Katholiken in der Region weiterhin.

Die katholische Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen ist von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen gesunken. Dieser Rückgang setzt einen jahrzehntelangen Trend fort, mit deutlichen Steigerungen der Austrittszahlen nach dem Jahr 2000 und einer weiteren Beschleunigung ab 2010. Seit langem übersteigen Todesfälle und Kirchenaustritte die Zahl der Neuaufnahmen und Taufen.

Das Erzbistum Köln verzeichnete für 2025 eine leichte Verbesserung: Die Austrittszahlen gingen zurück, während die Zahl der Erwachsenentaufen und der Gottesdienstbesucher stieg. Generalvikar Guido Assmann bezeichnete diese Entwicklungen als Anlass für vorsichtigen Optimismus. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hingegen wies solche positiven Signale als oberflächlich zurück. Er warnte, dass das tiefe Misstrauen gegenüber der Kirche weiterhin ungelöst bleibe.

Seit den 1990er-Jahren nehmen die Kirchenaustritte in der Region stark zu – ein Trend, der die allgemeine Säkularisierung in Deutschland widerspiegelt. Zwar zeigen die jüngsten Zahlen eine leichte Verlangsamung, doch der langfristige Trend deutet auf eine schrumpfende katholische Gemeinschaft hin.

Die Daten für 2025 bestätigen zwar einen leichten Rückgang der Austritte, doch der allgemeine Rückgang der Katholikenzahlen hält an. Angesichts rückläufiger Taufzahlen und einer höheren Sterblichkeit im Vergleich zu Neueintritten steht die Kirche in Nordrhein-Westfalen vor anhaltenden Herausforderungen. Verantwortliche räumen ein, dass über oberflächliche statistische Veränderungen hinaus tiefgreifende Reformen notwendig sind.

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