Legende geht: Mainzer Weinstube schließt nach 112 Jahren für immer
Nach 112 Jahren schließt die Gebertsche Weinstube in Mainz-Neustadt für immer ihre Türen
Die traditionsreiche Weinstube in Mainz-Neustadt, die seit 1911 Gäste bewirtete, hat am 31. August 2023 ihren letzten Ausschenk getätigt. Der beliebte Treffpunkt, der über Generationen hinweg in Familienhand geführt wurde, beendete seinen Betrieb – eine Entscheidung, die die Besitzer als tief bewegend beschrieben, die jedoch weder auf finanzielle Schwierigkeiten noch auf die Pandemie zurückzuführen sei.
Jahrzehntelang prägte die Familie Gebert das Lokale: Marianne Gebert leitete die Weinstube von 1962 an, bis sie mit 75 Jahren in den Ruhestand ging. Ihr Sohn Frank Gebert übernahm 2007 die Geschäftsführung, fand jedoch keinen Nachfolger, der bereit war, das Erbe fortzuführen.
2019 wurde das Restaurant vom Feinschmecker-Magazin als bestes "Alltagsrestaurant" in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Selbst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier speiste hier 2018 – ein Beleg für den exzellenten Ruf des Hauses.
Frank Gebert bedankte sich bei den treuen Gästen für ihre jahrelange Verbundenheit. Die Schließungsankündigung löste in der Nachbarschaft eine Welle der Bestürzung und Wehmut aus. Dennoch bleibt ungewiss, was mit den Räumlichkeiten nach dem endgültigen Abschied geschehen soll.
Mit der Schließung endet eine Ära für Mainz-Neustadt. Während die Zukunft des Gebäudes noch offen ist, blicken die Anwohner auf über ein Jahrhundert gemeinsamer Mahlzeiten und Erinnerungen zurück. Die schwierige, aber endgültige Entscheidung der Familie setzt einem langjährigen Traditionsschatz ein definitives Ende.






