Maria Kalesnikava erhält den Karlspreis – vier Jahre nach der ersten Verleihung
Felicia BeyerMaria Kalesnikava erhält den Karlspreis – vier Jahre nach der ersten Verleihung
Belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava erhält endlich den Karlspreis in Aachen – vier Jahre nach der Verleihung
Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava hat diese Woche in Aachen den Internationalen Karlspreis entgegennehmen können – vier Jahre, nachdem ihr die Auszeichnung erstmals zuerkannt worden war. Es war das erste Mal, dass sie die Ehrung persönlich annehmen konnte. Zuvor hatte ihre Inhaftierung in Belarus ihre Teilnahme verhindert.
Kalesnikava gehörte zu den drei belarussischen Oppositionspolitikerinnen, die 2022 gemeinsam ausgezeichnet wurden – neben Veronika Zepkalo und Swjatlana Zichanouskaja. Der Preis, der herausragende Verdienste um die europäische Einigung würdigt, ging damals an das Trio. Zu den jüngsten Preisträgern zählen die Europäische Kommission (2025), der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (2024) und der Europarat (2023).
Während ihrer Haft erfuhr Kalesnikava erst später von der Auszeichnung. Damals bezeichnete sie die Ehrung als ein starkes Zeichen europäischer Solidarität. Nun, in Freiheit, spricht sie offen über die anhaltenden psychischen Folgen ihrer Inhaftierung. Dennoch feiert sie jeden Monat in Freiheit als einen Neuanfang.
Bei der Preisverleihung zeigte sich Kalesnikava überglücklich, betonte aber auch den anhaltenden Kampf. Sie rief die europäischen Regierungen auf, Belarus als zukünftigen Partner zu betrachten und die Opposition weiter zu unterstützen, die sich gegen die Diktatur stellt. Gemeinsam mit Zepkalo und Zichanouskaja setzt sie sich weiterhin für demokratischen Wandel ein – trotz der langsamen Fortschritte.
Der Karlspreis würdigt offiziell Kalesnikavas Einsatz für Demokratie und Menschenrechte in Belarus. Ihr Fokus bleibt auf der Freilassung der noch Inhaftierten, und sie ist überzeugt, dass ein demokratisches Belarus eines Tages Realität werden wird. Ihre Botschaft an Europa ist klar: Die anhaltende Unterstützung für die Opposition ist unverzichtbar.