30 March 2026, 10:24

Massendemonstrationen in NRW: Tausende fordern Schutz vor digitaler Gewalt nach Ulmen-Skandal

Eine Gruppe von Menschen mit einem Banner 'Du kannst uns nicht unterdrücken, vereine dich widerstehe Feminist' auf einer Straße, mit einem Fahrrad in der Nähe und Ballons im Hintergrund bei einem klaren blauen Himmel.

Massendemonstrationen in NRW: Tausende fordern Schutz vor digitaler Gewalt nach Ulmen-Skandal

Eine Protestwelle hat Nordrhein-Westfalen erfasst: Tausende fordern strengere Schutzmaßnahmen gegen sexualisierte und digitale Gewalt. Auslöser der Demonstrationen ist eine Spiegel-Recherche zu den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, die das Ausmaß digitaler Gewalt in Deutschland offenlegte. Allein am Wochenende gingen in Köln über 5.000 Menschen auf die Straße, einen Tag später versammelten sich Hunderte in Bonn.

Die Proteste begannen am Samstag in Köln, wo mehr als 5.000 Demonstrant:innen gegen sexualisierte Gewalt auf die Straße gingen. Am folgenden Tag trafen sich über 500 Menschen auf dem Bonner Marktplatz vor dem Alten Rathaus. Die Kundgebung in Bonn wurde von einem Bündnis aus Stadtratsparteien organisiert, darunter Grünen, CDU, SPD und Volt.

Redner:innen bei der Veranstaltung forderten Männer auf, sich mit frauenfeindlichem Verhalten auseinanderzusetzen und Verantwortung für die Prävention von Gewalt zu übernehmen. Politikerinnen der Frauen-Union der CDU verlangten zudem wirksamere rechtliche Schutzmechanismen für Frauen. Ein Plakat mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf den Hit von Cindy Lauper – machte die Runde.

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Die Demonstrationen fallen in eine Phase, in der Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) einen Gesetzentwurf zur Kriminalisierung digitaler Gewalt vorbereitet. Geplant sind unter anderem Verbote für die Erstellung oder Verbreitung nicht autorisierter Nacktaufnahmen, KI-generierter Deepfakes, die Installation von Spionagesoftware sowie heimliche Überwachung. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte das Thema kürzlich im Parlament aufgegriffen und den Anstieg digitaler Gewalt mit Migration in Verbindung gebracht – er mahnte zu schnellem Handeln. Weitere Reformvorschläge umfassen elektronische Fußfesseln und schärfere Strafen für Täter.

Kritik an der Regierungshaltung wird laut. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, warf Merz vor, sich nicht ausreichend für strengere Gesetze zum Schutz von Frauen einzusetzen. Die öffentliche Debatte hat seit dem Spiegel-Bericht über den Fall Fernandes an Fahrt aufgenommen, der zeigt, wie digitale Gewalt Opfer bundesweit trifft.

Die Proteste in Köln und Bonn unterstreichen die weitverbreitete Sorge vor sexualisierter und digitaler Gewalt. Während an neuer Gesetzgebung gearbeitet wird, steht die Regierung unter Zugzwang. Gleichzeitig drängen Aktivist:innen auf strukturelle Veränderungen – sie fordern die Gesellschaft auf, schädliche Einstellungen zu hinterfragen und den Schutz von Frauen nachhaltig zu stärken.

Quelle