14 April 2026, 22:21

Mediengruppe Stein meldet Insolvenz – 250 Jobs und 100 Millionen Euro in Gefahr

Ein abgenutztes, altes Buch mit einem gebrochenen und zerfransten Einband, zerbröckelnden Seiten und einem altertümlichen Aussehen vor einem dunklen Hintergrund.

Mediengruppe Stein meldet Insolvenz – 250 Jobs und 100 Millionen Euro in Gefahr

Mediengruppe Stein, Deutschlands zweitgrößter Fachmedien-Distributor, meldet Insolvenz an

Das Unternehmen mit 250 Beschäftigten reichte den Antrag Anfang Oktober ein. Der Zusammenbruch folgt auf Jahre aggressiver Expansion und setzt Umsätze in Höhe von rund 100 Millionen Euro aufs Spiel.

Mehrere Tochtergesellschaften, darunter bekannte Namen wie Solon, Delbanco und die A. Stein'sche Buchhandlung, haben ebenfalls Insolvenzverfahren eingeleitet. Branchenexperten warnen nun vor weitreichender Verunsicherung auf dem Markt.

Die Probleme begannen am 17. September, als die A. Stein'sche Buchhandlung, ein großer Buchhändler mit 80 Mitarbeitern, Insolvenz anmeldete. Kurz darauf folgten die Mediengruppe Stein und 18 ihrer Tochterfirmen – darunter Solon, Delbanco, Massmann und Albert Müller.

Stein war in den vergangenen Jahren durch die Übernahme zahlreicher Unternehmen wie Solon, IMS, LSL, Frohberg und Delbanco rasant gewachsen. Doch die Integration dieser Betriebe gestaltete sich aufgrund unterschiedlicher Inhalte, Technologien und Personalstrukturen als schwierig. Die finanzielle Belastung durch die Übernahmen dürften die aktuelle Krise mitverursacht haben.

Branchenvertreter zeigen sich überrascht. Jörg Pieper, ehemaliger Direktor der Bibliotheksprogramme bei Schweitzer Fachinformationen und heute Leiter Content-Akquise bei Get More Brain, bezeichnete die Kaufstrategie von Stein als "kaum glaubwürdig". Gleichzeitig betonte er die massive Verunsicherung, die durch die Insolvenz entstanden sei. Das Fachmedium Börsenblatt Plus bietet unterdessen weiterhin Branchenanalysen und digitalen Zugang für 5 Euro im Monat an.

Mit 100 Millionen Euro an gefährdeten Umsätzen sendet der Kollaps von Stein und seinen Tochterfirmen Schockwellen durch die Branche. Die Zukunft der 250 Mitarbeiter und des gesamten Marktes bleibt ungewiss.

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Die Insolvenz der Mediengruppe Stein und ihrer Tochtergesellschaften markiert eine abrupten Wandel in der deutschen Fachmedienlandschaft. Die rasche Expansion und teuren Übernahmen hinterlassen ein finanzielles Vakuum – mit Risiken für Arbeitsplätze und Umsätze. Die Branche steht nun vor einer Phase der Instabilität, während Wettbewerber und Partner mit den Folgen ringen.

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