15 April 2026, 00:31

Mirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Barrieren im deutschen Fernsehen

Ein Mann im Rollstuhl umgeben von Reportern mit Kameras, Handys und Mikrofonen sowie einem Banner, Scheinwerfern und einer Wand im Hintergrund.

Mirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Barrieren im deutschen Fernsehen

Mirjam Kottmann hat Geschichte geschrieben: Sie ist die erste Nachrichtensprecherin im deutschen Fernsehen, die einen Rollstuhl nutzt. Seit dem 12. Februar 2022 präsentiert sie die Nachrichten bei BR24, dem Nachrichtenportal des Bayerischen Rundfunks, und setzt damit neue Maßstäbe für Repräsentation in den Medien. Ihr Weg dorthin begann jedoch schon viel früher – ihre Karriere beim Sender reicht bis ins Jahr 1997 zurück.

Kottmann stieg 1997 beim Bayerischen Rundfunk ein und arbeitete zunächst für die Rundschau, den Vorgänger von BR24. Obwohl sie aufgrund von Multipler Sklerose auf einen Rollstuhl angewiesen ist, bewarb sie sich auf eine offene Position als Moderatorin beim Sender. Anfangs zögerte sie noch, ob ihr Rollstuhl im Bild zu sehen sein sollte, entschied sich dann aber, ihn als Teil ihrer Identität zu akzeptieren und sichtbar zu machen.

Ein Probedurchlauf im Herbst 2023 bestätigte ihr Talent: Kollegen wie Zuschauer lobten ihre angenehme Stimme, ihre Professionalität und ihre herzliche Ausstrahlung vor der Kamera. Das durchweg positive Feedback ebnete den Weg für ihre feste Anstellung – heute moderiert sie die Nachrichtensendungen um 16:00 Uhr und 18:30 Uhr.

Doch Kottmann engagiert sich nicht nur als Sprecherin, sondern setzt sich aktiv für mehr Vielfalt in den Medien ein. Als sichtbare Rollstuhlfahrerin ist sie für Menschen mit körperlichen Behinderungen zu einem Vorbild geworden und beweist, dass beruflicher Erfolg nicht von Mobilität abhängt.

Ihre Berufung markiert einen bedeutenden Wandel im deutschen Fernsehen. Als erste Nachrichtensprecherin im Rollstuhl bringt sie nicht nur Erfahrung, sondern auch eine frische Perspektive in die BR24-Sendungen ein. Ihre Arbeit trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und die Medienlandschaft inklusiver zu gestalten.

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