Moers bewahrt jüdische Geschichte mit neuer Broschüre und Schirmherrschaft
Felicia BeyerMoers bewahrt jüdische Geschichte mit neuer Broschüre und Schirmherrschaft
Moers hat einen weiteren Schritt zur Bewahrung seiner jüdischen Geschichte unternommen: mit der Veröffentlichung einer ausführlichen Broschüre. Die Publikation "Spuren jüdischen Lebens" beleuchtet die Vergangenheit der Stadt – von der frühen jüdischen Gemeinde bis zu den dunklen Jahren der nationalsozialistischen Verfolgung. Hinter dem Projekt steht die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die nun offiziell von Bürgermeisterin Julia Zupancic als Schirmherrin unterstützt wird.
Die Gesellschaft engagiert sich seit Langem für Dialog und Erinnerungskultur. Ihr bundesweites Netzwerk hatte bereits dazu beigetragen, dass die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille nach Moers kam – eine Auszeichnung, die unter anderem an Heinz Kremers und Nikolaus Schneider für ihr Wirken in den christlich-jüdischen Beziehungen verliehen wurde. Mit der neuesten Initiative setzt die Gruppe nun auf Bildung und öffentliche Aufklärung.
Die Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" widmet sich zentralen Aspekten des jüdischen Erbes in Moers. Sie thematisiert die frühe Geschichte der Gemeinde, die ehemalige Synagoge sowie die in Gehwege eingebetteten Stolpersteine als Mahnmale. Dokumentiert werden auch die Deportationen, die jüdische Familien während der NS-Zeit zerstörten. Für drei Euro erhältlich, liegt die Publikation in Bibliotheken, Museen und anderen öffentlichen Einrichtungen der Stadt aus.
Ein besonderes Anliegen bleibt die Einbindung jüngerer Generationen. Die Gesellschaft arbeitet mit örtlichen Schulen zusammen, während die Vorstandsmitglieder Daniel Schirra und Julian Müller die Vermittlungsprogramme mitgestalten. Bürgermeisterin Zupancic betont ihr Engagement, das Gedenken an das jüdische Leben wachzuhalten und Antisemitismus in allen Formen entgegenzutreten.
Die Broschüre bietet eine greifbare Wissensquelle für Einwohner:innen und Besucher:innen, die sich für die jüdische Geschichte Moers' interessieren. Mit der Unterstützung der Bürgermeisterin und dem kontinuierlichen Einsatz der Gesellschaft soll das Projekt sicherstellen, dass die Erzählungen der Vergangenheit sichtbar bleiben. Gleichzeitig unterstreicht die Initiative das städtische Bekenntnis zu Bildung und Dialog über das gemeinsame Erbe.






