Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum realen Beziehungsexperiment
Stephen SchleichMozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum realen Beziehungsexperiment
Das Staatstheater Wiesbaden inszeniert Mozarts Così fan tutte in dieser Spielzeit auf ungewöhnliche Weise: Statt einer klassischen Aufführung wird die Oper als lebendiges Beziehungsexperiment auf die Bühne gebracht – mit echten Paaren, die live mitwirken. Das Publikum erlebt, wie 20 junge Paare unter der Anleitung von Don Alfonsos berüchtigtem Test die Themen Liebe und Treue durchleben.
Regisseurin Marie-Ève Signeyrole hat das Werk neu interpretiert, um sowohl Darsteller als auch Zuschauer herauszufordern. Die Bühne verwandelt sich in eine Kunstschule, in der das Publikum die Rolle von Studierenden einnimmt, die ein Experiment beobachten. Don Alfonso, der Drahtzieher der Oper, leitet den Versuch und bringt die Paare – und die Zuschauer – dazu, ihre eigenen Vorstellungen von Treue zu hinterfragen.
Das Theater sucht noch Teilnehmer zwischen 18 und 35 Jahren. Opernerfahrung ist nicht erforderlich, doch die Veranstalter raten zu Mut und einer Portion Humor. Die ausgewählten Paare werden zum Mittelpunkt der Aufführung – ihre spontanen Reaktionen prägen die Handlung in Echtzeit.
Karten für die ungewöhnliche Produktion kosten 10 Euro. Die Inszenierung zielt darauf ab, das Publikum zu verunsichern und es direkt mit den provokanten Themen der Oper zu konfrontieren. Statt passiv zuzuschauen, werden die Zuschauer selbst Teil des Experiments – und erleben hautnah, wie die Paare an die Grenzen von Vertrauen und Begierde stoßen.
Diese Version von Così fan tutte verwandelt Mozarts Komödie in ein immersives Erlebnis. Indem echte Paare ins Zentrum der Handlung rücken, verschwimmt die Grenze zwischen Bühne und Publikum. Das Ergebnis verspricht eine aufschlussreiche, oft unbequeme Erkundung der Zerbrechlichkeit der Liebe – und das für den Preis einer einzigen Eintrittskarte.






