Münster senkt Emissionen drastisch – doch das 1,5-Grad-Ziel bleibt in Gefahr
Stephen SchleichMünster senkt Emissionen drastisch – doch das 1,5-Grad-Ziel bleibt in Gefahr
Münster hat bedeutende Fortschritte beim Senken der Emissionen und beim Ausbau erneuerbarer Energien erzielt. In den vergangenen vier Jahren installierte die Stadt genauso viel Solarkapazität wie in den beiden vorherigen Jahrzehnten zusammen. Doch trotz dieser Erfolge ist das verbleibende CO₂-Budget, um die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, nahezu aufgebraucht.
Seit 1990 sind die Emissionen in Münster deutlich gesunken. Der Ausstoß von Treibhausgasen verringerte sich um 37 %, während die Pro-Kopf-Emissionen heute nur noch etwa halb so hoch sind wie vor 34 Jahren. Allein zwischen 2023 und 2024 gingen die CO₂-Werte um rund 140.000 Tonnen zurück – die Gesamtemissionen betragen nun 1,65 Millionen Tonnen, was nur noch 63 % des Niveaus von 1990 entspricht.
Auch der Energieverbrauch ist gesunken. Zwischen 2023 und 2024 reduzierte sich der Verbrauch um vier Prozentpunkte auf 85 % des Standes von 1990. Erneuerbare Energien decken mittlerweile etwa 24 % des Strombedarfs der Stadt, unterstützt durch einen deutlichen Anstieg der Solaranlagen. Besonders Wohngebäude trugen zu diesem Wachstum bei und halfen Münster, den Ausbau der Photovoltaik der vergangenen 20 Jahre in nur vier Jahren zu wiederholen.
Auf nationaler Ebene erreichte Deutschlands Stromemissionsfaktor 2024 wieder das Niveau von 2020. Doch trotz der raschen Fortschritte Münsters bleibt im CO₂-Budget kaum Spielraum, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.
Die Emissionen Münsters liegen derzeit auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen, während die Solarkapazität schneller wächst als je zuvor. Erneuerbare Energien decken fast ein Viertel des Strombedarfs, und der Gesamtenergieverbrauch sinkt weiter. Da das 1,5-Grad-CO₂-Budget der Stadt jedoch fast erschöpft ist, werden weitere drastische Reduktionen notwendig sein, um auf Kurs zu bleiben.






