Nassauischer Kunstverein wird zum begehbaren Gedächtnispalast unter Martin La Roche
Felicia BeyerNassauischer Kunstverein wird zum begehbaren Gedächtnispalast unter Martin La Roche
Ab Ende März wird der Nassauische Kunstverein Wiesbaden (NKV) zu einem interaktiven Gedächtnispalast. Der Künstler Martin La Roche verwandelt das gesamte Gebäude in eine begehbare Ausstellung mit dem Titel Memory Palace. Besucher betrachten hier nicht nur Kunst – sie tauchen durch Gespräche, Spiel und Reflexion aktiv in sie ein.
Die Reise beginnt im ersten Obergeschoss, wo Räume wie das Foyer, das Spielzimmer, die Bibliothek und der Videoraum den Rahmen bilden. Im Zentrum steht Sandplay, eine Installation im Spielzimmer, inspiriert von Dora Kalffs Sandspieltherapie. Dieses haptische Werk lädt die Besucher ein, Erinnerungen im Sand zu formen und immer wieder neu zu gestalten.
Im Obergeschoss erweitert sich das Erlebnis mit weiteren Räumen wie der Museumshalle, dem Farbraum, dem Archiv, dem Wintergarten und dem Inventarraum. Ein Höhepunkt ist Musée Légitime – ein tragbares Museum, das in einen Hut passt. Die Sammlung umfasst 18 Hüte und 193 Miniaturwerke und bietet eine verspielte Abkehr von klassischen Ausstellungen.
Statt einer herkömmlichen Kunstschau fordert Memory Palace zur aktiven Teilnahme auf. Die Besucher werden angeregt, sich zu erinnern, zu hinterfragen und mit den Werken in Verbindung zu treten, während sie durch die Räume wandeln. Das gesamte Haus wird so zu einem räumlichen Modell des Gedächtnisses, das persönliche und kollektive Erfahrungen verbindet.
Die Ausstellung läuft vom 28. März bis zum 15. Juni 2025 mit Öffnungszeiten von dienstags bis freitags 14–18 Uhr und am Wochenende 11–18 Uhr. Der NKV befindet sich in der Wilhelmstraße 15, 65183 Wiesbaden.
Mit Memory Palace verwandelt La Roche einen Besuch im NKV in eine immersive Erkundung der Frage, wie wir Erinnerungen speichern und abrufen. Durch interaktive und zum Nachdenken anregende Werke in jedem Raum definiert die Schau neu, was ein Museumserlebnis sein kann. Fast drei Monate lang bleibt sie geöffnet – genug Zeit, um auf Entdeckungsreise zu gehen, sich einzubringen und zu reflektieren.






