28 June 2026, 12:17

Netzeband: Wie ein Dorf mit Theatersommer zur Kulturperle wurde

Die Magie des Milchholzes

Netzeband: Wie ein Dorf mit Theatersommer zur Kulturperle wurde

Netzeband: Vom kleinen Dorf zur Kulturperle mit dem Theatersommer-Festival

Das beschauliche Dorf Netzeband hat sich mit seinem jährlichen Theatersommer zu einem kulturellen Anziehungspunkt entwickelt. Von Mitte Juni bis Ende August präsentiert das Festival eine Freilichtinszenierung von Dylan Thomas’ Unter dem Milchwald. Die Veranstaltung knüpft an das Erbe des Landschaftsarchitekten Horst Wagenfeld an, der einst die Dorflandschaft zu einem grünen Amphitheater umgestaltete.

Die Wurzeln des Festivals reichen bis zu Wagenfelds Bemühungen zurück, die Dorfkirche und die Gaststätte von Netzeband zu erhalten. Seine Arbeit bildete den Grundstein für die heutige kulturelle Renaissance, die seit 2006 vom Schauspieler, Regisseur und Dramatiker Frank Matthus geprägt wird. Unter seiner Leitung entstanden groß angelegte „synchronisierte Theaterproduktionen“, darunter Die Nacht des Schicksals, die in diesem Sommer auf dem Programm steht.

Das Festival verbindet professionelle Schauspieler mit lokalen Laien – ähnlich wie Salzburgs Jedermann oder das Passionsspiel in Oberammergau. Ein Schild und überlebensgroße Figuren im Dorf verweisen auf Llareggub, den fiktiven Schauplatz von Unter dem Milchwald. Vor den Aufführungen stimmt der in den USA geborene Tenor J. Warren Mitchell das Publikum oft mit opernhaften Arien ein.

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Doch Netzeband hat mehr zu bieten als nur Kultur: Das Dorf liegt am Rand der Kyritz-Ruppiner Heide, einem Dark Sky Park mit minimaler Lichtverschmutzung. Die Region beherbergt 79 Vogelarten, davon 28 bedrohte. Sobald der Regionalexpress RE6 den Bahnhof verlässt, erfüllt Gesang der Vögel die Luft.

Unter Matthus’ Führung blüht der Theatersommer weiter auf – eine Mischung aus professionellem und bürgernahen Theater. Die malerische Heide mit ihrem geschützten Nachthimmel verleiht dem Dorf zusätzlichen Charme. Das diesjährige Programm festigt Netzebands wachsenden Ruf als kulturelles und ökologisches Juwel.

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