21 March 2026, 16:28

Neue Bühne Senftenberg: Warum Intendant Daniel Ris vorzeitig gehen muss

Gemälde eines Theaterinneren mit einer prächtigen Decke mit detaillierten Designs und Skulpturen, verzierten Wänden mit Säulen, Geländern und Vorhängen, einem Teppichboden und einem zusätzlichen Gemälde oben.

Neue Bühne Senftenberg: Warum Intendant Daniel Ris vorzeitig gehen muss

Neue Bühne Senftenberg vor Führungswechsel: Daniel Ris' Vertrag wird nicht verlängert

Die Neue Bühne Senftenberg steht vor einem Wechsel an der Spitze, nachdem Stadt und Landkreis beschlossen haben, den Vertrag von Intendant Daniel Ris nicht zu verlängern. Seine ursprünglich bis 2027 laufende fünfjährige Amtszeit wurde vorzeitig beendet, als er im März 2023 die Kündigung erhielt. Die Entscheidung hat eine Debatte ausgelöst, während über die Gründe für seinen Abgang spekuliert wird.

Unter Ris' Leitung gewann das Theater wieder regionale Aufmerksamkeit – ähnlich wie in den Zeiten der DDR. Mit mutigem Spielplan und aufsehenerregenden Premieren an historischen Stätten zog er größeres Publikum an und steigerte die Eigenmittel des Hauses. Doch trotz dieser Erfolge steht seine Zukunft in Senftenberg nun infrage.

Daniel Ris übernahm 2022 die Intendanz und setzte schnell Akzente mit ambitionierten Produktionen. Seine jüngste Premiere in der Niederlausitz-Halle verband eine scharfe Auseinandersetzung mit der DDR-Sportkultur und ein unterhaltsames Acht-Personen-Stück. Die Aufführung persiflierte militärische Trainingsmethoden, spielte auf Doping-Skandale an und hinterfragte die blinde Hingabe an sportlichen Erfolg.

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Ris' Ansatz belebte das Theater, lockte mehr Zuschauer an und erhöhte die selbst erwirtschafteten Einnahmen. Doch im März 2023 teilten ihm die Stadt Senftenberg und der Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit, dass sein Vertrag nicht verlängert werde. Die offiziellen Gründe bleiben vage, obwohl Bürgermeister Andreas Pfeiffer (CDU) betonte, es gebe keine Zweifel an Ris' künstlerischem Können. Stattdessen verwies er auf geplante Strukturreformen, darunter eine mögliche Trennung der künstlerischen und kaufmännischen Leitung.

Inoffizielle Berichte deuten darauf hin, dass weitere Faktoren eine Rolle gespielt haben könnten. Manche vermuten, dass Ris' offene Art, seine gleichgeschlechtliche Beziehung oder seine öffentliche Positionierung gegen rechtsextreme Gruppen die Entscheidung beeinflusst haben. Die politische Landschaft der Region, in der die AfD tonangebend ist, verstärkt die Unsicherheit. Ris selbst äußerte Frustration, bleibt aber auf seine vierte und letzte Spielzeit konzentriert, während er nach neuen Möglichkeiten Ausschau hält.

Mit seinem Abgang werden Stadt und Landkreis die Stelle bald neu ausschreiben. Die Suche nach einem Nachfolger fällt in eine Zeit, in der die Neue Bühne Senftenberg erneut im kulturellen Gespräch ist – so wie einst unter staatlicher Trägerschaft.

Die Nichtverlängerung von Daniel Ris' Vertrag stellt das Theater vor einen Wendepunkt. Eine neue Ausschreibung für die Intendanz steht bevor, doch die konkreten Vorwürfe gegen ihn wurden nicht öffentlich gemacht. Sein Abschied folgt auf eine Phase künstlerischer Wiederbelebung, doch das Haus muss sich nun sowohl strukturellen Veränderungen als auch dem politischen Klima der Region stellen.

Ris bereitet unterdessen seine letzte Spielzeit vor und lotet andere berufliche Wege aus. Die Entscheidung unterstreicht die größeren Spannungen zwischen künstlerischer Freiheit und kommunaler Steuerung in einem sich wandelnden Kulturgefüge.

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