Niederrhein: Industrieumsätze stürzen 2026 um fast zehn Prozent ab
Stephen SchleichNiederrhein: Industrieumsätze stürzen 2026 um fast zehn Prozent ab
Industrielle Umsätze im Niederrhein brechen im ersten Quartal 2026 stark ein
Die Region Zentraler Niederrhein verzeichnete zu Beginn des Jahres 2026 einen deutlichen Rückgang der Industrieumsätze. Fast alle Schlüsselbranchen meldeten erhebliche Verluste – einzig die Metallproduktion konnte ein leichtes Plus verbuchen. Wirtschaftsvertreter fordern nun entschlossenere Maßnahmen der Politik, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Die Industrieumsätze im Zentralen Niederrhein brachen im ersten Quartal 2026 um 9,9 Prozent ein – ein deutlich stärkerer Rückgang als im Landesdurchschnitt von 3,1 Prozent. Besonders betroffen war die chemische Industrie mit einem Minus von 17,0 Prozent, gefolgt vom Maschinenbau, der 20,8 Prozent einbüßte. Auch die Nahrungs- und Genussmittelbranche schrumpfte um 11,9 Prozent.
Exportorientierte Unternehmen litten unter einem Umsatzrückgang von 11,0 Prozent. Gleichzeitig schwächte sich die Binnennachfrage ab: Regional fielen die Zahlen um 8,4 Prozent, im Kreis Viersen sogar um 8,5 Prozent. Der Kreis selbst verzeichnete einen Rückgang der Industrieumsätze um 5,0 Prozent.
Einziger Lichtblick war die Metallverarbeitung, die ein bescheidenes Wachstum von 1,0 Prozent erzielte. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK, begrüßte zwar die Hochtechnologie-Agenda der Regierung, betonte aber die dringende Notwendigkeit, die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Die geplanten Umsetzungsmaßnahmen bezeichnete er als entscheidend für die Erholung der Wirtschaft.
Die Industrie in der Region bleibt weiter unter Druck – die meisten Branchen melden rückläufige Umsätze. Die von der Politik angekündigten Stützungsmaßnahmen für den Industriestandort stoßen auf verhaltene Hoffnung. Nun warten die Unternehmen auf konkrete Schritte, um die negative Entwicklung umzukehren.






