30 April 2026, 00:37

NRW lehnt generelle Stallpflicht für Geflügel trotz Branchenforderungen ab

Schwarz-weiß-Foto von Hühnern in einem Freilaufgehege umgeben von Gras, Pflanzen, Bäumen und einem Gebäude mit Fenstern im Hintergrund.

Kein flächendeckendes Geflügelstallpflicht-Gesetz in NRW - NRW lehnt generelle Stallpflicht für Geflügel trotz Branchenforderungen ab

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) hat Forderungen nach einer generellen Stallpflicht für Geflügel in Nordrhein-Westfalen abgelehnt. Die Entscheidung erfolgt nach Druck des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), der eine bundesweite Regelung gefordert hatte. Als Hauptgründe für die Ablehnung nannten Beamte Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes sowie die finanzielle Belastung für kleine Betriebe.

Der ZDG hatte argumentiert, dass eine durchgängige Stallhaltung für Geflügel entscheidend sei, um Krankheiten einzudämmen. Der Verband setzte sich für eine einheitliche Vorgehensweise in ganz Deutschland ein. Ministerin Gorißen betonte jedoch, dass eine solche Maßnahme unnötigen Stress für Tiere verursachen könnte, die an Auslauf gewöhnt sind.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstrich, dass die Bekämpfung von Tierseuchen in die Zuständigkeit der Bundesländer falle. Da die örtlichen Gegebenheiten stark variierten, müssten Entscheidungen im Einzelfall getroffen werden. Ein pauschales Verbot, warnten die Behörden, würde kleine Erzeuger besonders hart treffen – viele von ihnen sind auf Freilandhaltung angewiesen.

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Gorißens Ablehnung zeigt den Spagat zwischen Krankheitsprävention und den praktischen Realitäten der Landwirtschaft. Während der Verband auf strengere Auflagen pocht, besteht das Ministerium darauf, dass Flexibilität notwendig sei, um unerwünschte Folgen für Landwirte und Tiere zu vermeiden.

Vorerst wird Nordrhein-Westfalen keine verpflichtende Stallpflicht für Geflügel einführen. Die Entscheidung überlässt es den einzelnen Bundesländern, Risiken und Lösungen eigenständig zu bewerten. Landwirte und Branchenverbände werden die Lage weiter beobachten, während die Debatte über Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung anhält.

Quelle