13 June 2026, 22:18

NRW setzt neue ökologische Maßstäbe für Freiflächen-Solarparks

NRW: Leitlinie für Ausgleichsflächen in Freiflächen-Photovoltaikanlagen löst Kritik aus

NRW setzt neue ökologische Maßstäbe für Freiflächen-Solarparks

Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Photovoltaikanlagen veröffentlicht. Erstmals legt das Arbeitsblatt 61 verbindliche Kriterien fest, die Gemeinden und Projektentwicklern helfen sollen, ihre Vorhaben an Umweltstandards auszurichten.

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Der Leitfaden führt ein Punktesystem von null bis fünf ein, um den ökologischen Wert verschiedener Teilflächen einer Anlage zu klassifizieren. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Note null und erfordern einen vollständigen Ausgleich. Bereiche direkt unter den Modulen werden in der Regel mit einem Punkt bewertet und sind ökologisch mit Schotterwegen vergleichbar.

Um naturschonende Gestaltungsmöglichkeiten zu fördern, empfiehlt die Behörde Reihenabstände von mindestens fünf Metern, Modultische mit einer Unterkantenhöhe von mindestens 0,8 Metern sowie eine fundamentfreie Bauweise. Die Bewertung der Flächen zwischen den Modulreihen hängt vom angestrebten Biotoptyp ab und kann zu Abzügen in der ökologischen Bilanz führen.

Ziel des Leitfadens ist es, die Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Bundesland zu vereinheitlichen. Allerdings hat der Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen Bedenken geäußert. Er hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage der Bewertung und warnt, dass strengere Ausgleichsregeln viele Projekte wirtschaftlich unrentabel machen könnten.

Jede Freiflächen-Photovoltaikanlage verändert die natürliche Landschaft und erfordert Ausgleichsmaßnahmen, oft durch benachbarte extensiv bewirtschaftete Grünflächen. Der neue Leitfaden schafft einen Rahmen für einheitliche ökologische Bewertungen. Seine Umsetzung könnte die Machbarkeit und die Kosten zukünftiger Solarenergieprojekte in der Region beeinflussen.

Quelle