13 June 2026, 22:19

Preisschock an der Mailänder Scala: 30 Prozent Aufschlag für Stammgäste

Proteste gegen Preiserhöhungen im Scala

Preisschock an der Mailänder Scala: 30 Prozent Aufschlag für Stammgäste

Mails La Scala in Mailand erhöht Preise für 36 Plätze in der zweiten Galerie um über 30 Prozent

Die Preiserhöhung betrifft ausschließlich die zweite Galerie des Opernhauses, nicht das gesamte Theater. Die Abonnements in diesem Bereich stiegen von 800 auf 1.050 Euro. Im Schnitt fällt die Erhöhung jedoch gering aus – nur 1,48 Euro pro Platz zwischen den Spielzeiten 2025/26 und 2026/27.

Die Maßnahme löste heftige Reaktionen aus, insbesondere bei den treuen Stammgästen der oberen Ränge, den sogenannten Loggionisti. Proteste gab es sowohl online als auch vor Ort: Während einer Vorstellung wurden Flugblätter in den Zuschauerraum geworfen, auf denen die Preiserhöhung als „Gentrifizierung der Scala“ und „ein Theater für Reiche“ bezeichnet wurde.

Die Theaterleitung verteidigt die Entscheidung und betont, dass nur ein Bruchteil der 531 Plätze betroffen sei. Die Scala ist ohnehin das teuerste Theater Europas – nur die Salzburger Festspiele verlangen höhere Preise. Die Anpassung erfolgt nach einem Jahrzehnt ohne Erhöhungen. Die Verantwortlichen verweisen auf die finanzielle Stabilität des Hauses, das derzeit mit einem Überschuss wirtschaftet, nennen aber anstehende Tarifverhandlungen und die Kosten für die Verlegung der Werkstätten als Gründe für die Änderung. Intendant Fortunato Ortombina versprach, während seiner Amtszeit keine weiteren Preiserhöhungen vorzunehmen.

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Die Teuerung bleibt auf eine ausgewählte Gruppe von Plätzen beschränkt. Die Leitung hält die Kritik für übertrieben, während Gegner monieren, sie untergrabe die Zugänglichkeit des Theaters. Die Debatte zeigt die Spannung zwischen finanziellen Notwendigkeiten und Tradition in einem der renommiertesten Opernhäuser der Welt.

Quelle