Rettungsdienste kämpfen um Finanzierung lebenswichtiger Notfalleinsätze ohne Transport
Felicia BeyerRettungsdienste kämpfen um Finanzierung lebenswichtiger Notfalleinsätze ohne Transport
Finanzierung von Notfalleinsätzen ohne Krankenbeförderung weiterhin ungeklärt – Rettungsdienste in finanzieller Schieflage
Die Finanzierung von Notfalleinsätzen, bei denen Patienten vor Ort behandelt werden, ohne ins Krankenhaus transportiert zu werden, bleibt weiterhin ungelöst – und setzt die Rettungsdienste unter finanziellen Druck. Für diese lebenswichtigen Einsätze, bei denen Teams Patienten zu Hause versorgen oder an Hausärzte überweisen, fehlt es an einem stabilen Finanzierungsmodell. Behörden warnen, dass ohne rasche Lösungen ein Defizit in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro droht.
Bei sogenannten Nicht-Transport-Notfällen behandeln Rettungskräfte Patienten vor Ort oder leiten sie an Ärzte weiter, statt sie in eine Klinik zu bringen. Obwohl diese Einsätze unverzichtbar sind, gibt es keine klare Finanzierungsgrundlage – was zu anhaltender Unsicherheit führt.
Verhandlungen zwischen Krankenkassen und kommunalen Rettungsdienstträgern scheiterten bisher wiederholt an einer Einigung. Der Zusammenbruch der Ampelkoalition auf Bundesebene bremste zudem die Bemühungen, das Problem zu lösen. Ohne Kompromiss fürchten lokale Behörden eine wachsende Finanzierungslücke.
Stadtdirektor Martin Murrack betonte, dass die Notfallversorgung niemals von finanziellen Überlegungen abhängen dürfe. Gleichzeitig räumen Verantwortliche ein, dass eine direkte Abrechnung mit den Patienten weder praktikabel noch gerecht wäre. Stattdessen plädieren sie für eine landesweite Lösung, die in Abstimmung mit den Kassen entwickelt wird.
Als bevorzugte Lösung gilt eine Änderung des Bundesrechts, um den Rettungsdienst im Sozialgesetzbuch zu verankern. Doch eine solche Regelung könnte bürokratischen Aufwand, höhere Verwaltungskosten und zusätzliche Belastungen für ohnehin schon benachteiligte Personen mit sich bringen.
Ohne nachhaltige Finanzierung stehen die Rettungsdienste vor massivem finanziellen Druck. Eine gesetzliche Neuregelung wäre die sicherste Option – doch die Verzögerungen lassen das Problem ungelöst. Die Lücke könnte bald auf mehrere zehn Millionen Euro anwachsen und die Behörden zu Notlösungen zwingen.






