Rewe-Chef Souque greift Schokoladenhersteller wegen hoher Preise an
Stephen SchleichRewe-Chef Souque greift Schokoladenhersteller wegen hoher Preise an
Rewe-Chef Lionel Souque kritisiert große Schokoladenmarken, weil diese trotz sinkender Kakaopreise keine Preissenkungen vornehmen. Gleichzeitig kündigte er an, dass die Supermarktkette als Reaktion auf die Mehrwertsteuer-Anpassungen die Preise für eigene Produkte senken werde – allerdings nicht pauschal für alle Artikel.
Souque verwies darauf, dass Rewe den Preis der 100-Gramm-Einstiegs-Schokoladentafel bereits zweimal gesenkt habe – zunächst auf 89 Cent, dann auf 79 Cent. Bei der Diskussion über Preispolitik nannte er als Beispiel Milkas Alpenmilch-Tafel: Obwohl deren Gewicht auf 90 Gramm reduziert wurde, stieg der Preis, sodass sie kaum noch unter 1,99 Euro angeboten werden könne. Souque warf großen Herstellern wie Lindt und Mondelez vor, ihre Preise trotz rückläufiger Kakao-Kosten in den letzten Monaten nicht angepasst zu haben.
Der Rewe-Chef betonte, dass das Unternehmen die durchschnittliche Steuerentlastung an die Kunden weitergeben werde. Allerdings gelte dies nicht für jedes einzelne Produkt. Stattdessen werde man bei der Preisgestaltung die gesamte Produktpalette im Blick behalten.
Zudem warf Souque Markenherstellern vor, Preissenkungen hinauszuzögern, selbst wenn die Rohstoffkosten sänken. Er forderte, dass Verbraucher schneller von günstigeren Rohstoffpreisen profitieren sollten, statt auf schrittweise Anpassungen warten zu müssen. Die Preisanpassungen von Rewe werden die Mehrwertsteuersenkung widerspiegeln, wenn auch nicht einheitlich: Während die Eigenmarken-Schokolade bereits verbilligt wurde, bleiben Markenprodukte wie Milka teuer. Souques Äußerungen setzen die Hersteller unter Druck, schneller auf sinkende Rohstoffkosten zu reagieren.






