22 March 2026, 10:21

Riesige Pipeline leitet Rheinwasser in den Tagebau Hambach – ein Jahrhundertprojekt mit Folgen

Alte Karte des Rheins in Deutschland, die Flüsse, Städte und Gewässer zeigt, mit Text oben und unten.

Riesige Pipeline leitet Rheinwasser in den Tagebau Hambach – ein Jahrhundertprojekt mit Folgen

Ein gewaltiges 45 Kilometer langes Rohrleitungssystem wird derzeit gebaut, um Rheinwasser in den Tagebau Hambach zu leiten. Das Projekt, das mit einem offiziellen Spatenstich in Elsdorf gestartet wurde, soll langfristig neue Seen entstehen lassen und die Landschaft der Region grundlegend verändern. Behörden und Umweltschützer sind jedoch uneins über die langfristigen Folgen.

Die Pipeline, bestehend aus 10.000 Einzelrohren – einige mit einem Durchmesser von bis zu 2,2 Metern –, wird sich vom Rhein bis zum Tagebau Hambach erstrecken. Sobald sie in Betrieb ist, wird es 40 Jahre dauern, bis die geplanten Seen gefüllt sind; danach sind weitere Jahrzehnte nötig, um sie mit Rheinwasser zu speisen. Die Flutung des Hambacher Lochs soll 2030 beginnen, gefolgt von den Tagebauen Garzweiler und Inden im Jahr 2036.

Die behördlichen Genehmigungen laufen noch. Die Bezirksregierung Arnsberg wird im Herbst das Verfahren für die Wasserentnahmeerlaubnis einleiten; die endgültige Freigabe für die Rheinwasserentnahme wird bis 2026 erwartet. Ältere Genehmigungen aus den 1970er- und 1990er-Jahren wurden aktualisiert, wobei Wasser- und Schifffahrtsbehörden eingebunden wurden.

Lokale Politiker wie Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller erwarten durch den entstehenden "Elsdorfer See" mehr Aufmerksamkeit für die Gemeinde. RWE-Vorstand Lars Kulik bezeichnet die Pipeline als Symbol für Verlässlichkeit und verspricht neue Seen sowie den Erhalt von Feuchtgebieten. Kritiker wie Andreas Büttgen von der Bürgerinitiative Bürger für Bürger warnen jedoch, RWE könnte die Seen-Umwandlung bei Schwierigkeiten aufgeben.

Umweltverbände wie der BUND und Alle Dörfer bleiben hinterfragen die Auswirkungen auf die Wasserqualität und die Stabilität des Grundwassers. Trotz dieser Bedenken soll das Projekt ehemalige Abbaugebiete in Zentren für Tourismus, Freizeit und Naturschutz verwandeln.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Bau der Pipeline markiert den ersten Schritt einer jahrzehntelangen Umgestaltung der Bergbauregion. Bei erfolgreicher Umsetzung könnten die neuen Seen den lokalen Tourismus und die Ökosysteme neu prägen. Der Erfolg des Vorhabens hängt jedoch von weiteren Genehmigungen und der Lösung ökologischer Fragen ab.

Quelle