Sechs Dörfer vor dem Abriss gerettet – NRW fördert Neuanfang mit Millionenhilfen
Stephen SchleichSechs Dörfer vor dem Abriss gerettet – NRW fördert Neuanfang mit Millionenhilfen
Sechs Dörfer in der Nähe der Braunkohletagebaue Hambach und Garzweiler wurden vor dem Abriss bewahrt. Die Entscheidung folgt dem Vorhaben Nordrhein-Westfalens, den Ausstieg aus dem Kohleabbau zu beschleunigen. Am 10. November 2025 besuchte Ministerin Ina Scharrenbach die erhaltenen Ortschaften, um die Förderung für ihre Wiederbelebung bekannt zu geben.
Die Dörfer Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich, Berverath und Morschenich – letzteres nun in Bürgewald umbenannt – bleiben somit bestehen. Ihr Erhalt geht auf eine Vereinbarung vom Oktober 2022 zurück, die den beschleunigten Ausstieg der Region aus der Braunkohle vorsieht. Im Gegensatz zu anderen Ortschaften, die teilweise bereits abgerissen wurden, liegen diese sechs Dörfer nicht vollständig innerhalb der Stadtgrenzen von Erkelenz.
Während ihres Besuchs überreichte Ministerin Scharrenbach in der Herz-Jesu-Kirche in Kuckum einen Förderbescheid über 14,3 Millionen Euro. Das Geld soll die Revitalisierung von fünf Dörfern im Kreis Erkelenz vorantreiben. Die Ministerin betonte zudem, dass die Energiewende den Menschen vor Ort nicht nur ihre Häuser, sondern auch eine Perspektive zurückgeben müsse.
Insgesamt rechnet Erkelenz mit Fördergeldern in Höhe von rund 170 Millionen Euro für die erhaltenen Dörfer. Ehemalige Bewohner:innen und lokale Arbeitskräfte erhalten die Möglichkeit, dort Eigentum zu erwerben. Die Gemeinde Merzenich hat bereits 60 Millionen Euro für Morschenich (Bürgewald) gesichert – als erste Maßnahme soll der historische Kirchenbau wiederaufgebaut werden.
Die Mittel fließen auch in die Modernisierung der Infrastruktur, darunter Abwassersysteme und Straßen. In Keyenberg wird ein ehemaliger Kindergarten zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Die Projekte zielen darauf ab, die Region nach Jahren der Unsicherheit neu aufzubauen und zu stärken.
Die Förderung wird die sechs Dörfer grundlegend verändern und sicherstellen, dass sie lebenswert und gut angebunden bleiben. Bewohner:innen, die einst mit Umsiedlung rechnen mussten, können nun zurückkehren oder bleiben. Die Investitionen markieren den Wandel von der Kohleabhängigkeit hin zu einem langfristigen Wiederaufbau der Gemeinschaften.






