Solingen: Streit um Löhne und Arbeitsbedingungen im städtischen Krankenhaus eskaliert
Hilde KochSolingen: Streit um Löhne und Arbeitsbedingungen im städtischen Krankenhaus eskaliert
In Solingen ist ein Streit über Arbeitsbedingungen entbrannt, nachdem das städtische Krankenhaus Dienstleistungen an ein neues Unternehmen ausgelagert hat. SPD und Bürgerbund für Solingen (BfS) setzen sich für bessere Bezahlung und Arbeitsplatzsicherheit der betroffenen Beschäftigten ein. Beide Seiten sind sich einig, dass dringend eine Einigung mit der Gewerkschaft ver.di vor dem Start des Unternehmens erzielt werden muss.
Der Auslagerungsplan, der 2023 beschlossen wurde, ist eine Folge der finanziellen Notlage des Krankenhauses. Die SPD argumentiert, dass steigende Kosten und eine Belegschaft von rund 2.000 Mitarbeitenden eine Rücknahme der Entscheidung unrealistisch machen. Gleichzeitig bestehen sie auf einen Tarifvertrag bis zum 1. Oktober 2023 als Bedingung für ihre Unterstützung.
Der BfS übt scharfe Kritik an der Auslagerung und wirft dem Krankenhaus vor, damit eine Zweiklassengesellschaft unter den Beschäftigten geschaffen zu haben – mit niedrigeren Löhnen für die Dienstleistungsmitarbeitenden. Jan-Michael Lange, BfS-Stadtrat, betonte die ungerechte Lohnlücke zwischen diesen Kräften und dem Stammpersonal des Krankenhauses. Patrick Hinck, BfS-Mitglied im Aufsichtsrat, unterstrich, dass die Servicekräfte eine entscheidende Rolle für den reibungslosen Betrieb der Einrichtung spielen.
Beide Parteien fordern nun faire Löhne, sichere Rentenansprüche und stabile Arbeitsbedingungen für die ausgelagerten Beschäftigten. Horst Koss, SPD-Vertreter im Aufsichtsrat, pochte auf eine verbindliche Vereinbarung mit einer DGB-Gewerkschaft. Trotz unterschiedlicher Positionen haben sich SPD und BfS zusammengeschlossen, um zügige Verhandlungen mit ver.di zur Lösung des Konflikts zu fordern.
Die Zukunft des Dienstleistungsunternehmens hängt davon ab, ob bis zur Oktober-Frist ein Tarifvertrag zustande kommt. Rund 2.000 Mitarbeitende warten auf klare Arbeitsbedingungen, während das Krankenhaus unter Druck steht, finanzielle Zwänge mit fairen Arbeitsstandards in Einklang zu bringen. Das Ergebnis wird entscheiden, ob das Auslagerungsmodell wie geplant umgesetzt werden kann.






