17 March 2026, 00:47

Solinger Kirchenkreis plant radikale Gebäudereform bis 2035

St. Paul United Methodist Church, ein Gebäude mit Fenstern und Türen, umgeben von Pflanzen und Bäumen, mit Schnee auf dem Boden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund, mit einer Tafel mit Text auf der rechten Seite.

Solinger Kirchenkreis plant radikale Gebäudereform bis 2035

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat erste Pläne für seine Immobilien vorgestellt – angesichts sinkender Mitgliederzahlen und knapper werdender Haushalte. Bis zur Mitte der 2030er-Jahre rechnet der Kirchenkreis nur noch mit der Hälfte seiner aktuellen finanziellen Mittel, was harte Entscheidungen darüber erfordert, welche Kirchen und Gemeinschaftszentren weiterhin betrieben werden können. Eine unter Leitung von Hartmut Hoferichter stehende Arbeitsgruppe wurde damit beauftragt, eine nachhaltige Strategie für die Zukunft dieser Gebäude zu entwickeln.

Die Vorschläge teilen die Liegenschaften des Kirchenkreises in drei Kategorien ein. Sieben Standorte sollen über das Jahr 2035 hinaus genutzt werden: die Ohliger Protestantische Stadtkirche, die Walder Kirche, die Dorper Kirche, die Gräfrather Evangelische Kirche, das Gemeinschaftszentrum Höhscheid, das Gemeinschaftszentrum Wittenbergstraße sowie das Gemeinschaftszentrum Schützenstraße/Ritterstraße. Diese Gebäude gelten als unverzichtbar für langfristige Gottesdienste und gemeindliche Aktivitäten.

Fünf weitere Immobilien – die Evangelische Kirche Merscheid, die Evangelische Kirche Widdert, die Evangelische Kirche Ketzberg, das Gemeinschaftszentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche – werden mittelfristig keine kirchliche Förderung mehr erhalten. Die Zukunft von vier weiteren Standorten – der Christuskirche, dem Gemeinschaftszentrum Rupelrath, der Evangelischen Kirche Mangenberg und dem Gemeindehaus Corinthstraße – bleibt vorerst offen und muss in weiteren Beratungen geklärt werden.

Die Kirche hat sich zudem verpflichtet, alle ihre Gebäude bis 2035 klimaneutral zu gestalten – ein Ziel, das erhebliche Investitionen in Sanierungen erfordert. Eine besondere Synode am 14. März 2026 wird das Gebäudekonzept prüfen, allerdings ist noch unklar, ob dann bereits verbindliche Beschlüsse gefasst werden. Superintendentin Ilka Werner betonte die Bedeutung von Transparenz im Prozess und dankte der Arbeitsgruppe für ihre Arbeit an den Vorschlägen.

Die Pläne spiegeln einen übergeordneten Trend wider: schrumpfende Mitgliederzahlen und schwindende Ressourcen im Kirchenkreis. Mit weniger hauptamtlichen Mitarbeitenden und geringeren finanziellen Mitteln muss die Kirche Prioritäten setzen, welche Gebäude sie erhalten kann. Die endgültigen Entscheidungen werden die Zukunft von Gottesdiensten und gemeindlichen Angeboten in Solingen über Jahrzehnte prägen.

AKTUALISIERUNG

Synode verschiebt Frist f"ur die Endabstimmung der Kirchengeb"udepl"ane

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat seinen Zeitplan f"ur die Endabstimmung der Geb"udeentscheidungen angepasst. Wichtige Entwicklungen sind:

  • Die Synode wird nun bindende Entscheidungen bis Ende 2027 treffen, nicht wie fr"uher geplant bis M"arz 2026.
  • Die Lutherkirche-Gemeinde best"atigte, dass sie die Kirche nicht "uber 2030 hinaus betreiben kann.
  • Eine regionale Politik erfordert, dass alle rheinischen Kirchen bis 2035 klimaneutral werden, wobei das Hackhauser Hof in Solingen als Modellprojekt dient.