30 March 2026, 16:29

Straßenumbenennungen in NRW: Kardinal Jaegers Erbe wird hinterfragt

Schwarz-weißes Foto einer Stadtstraße mit St. Peter Kirche im Hintergrund in Wiesbaden, Deutschland

Straßenumbenennungen in NRW: Kardinal Jaegers Erbe wird hinterfragt

Forderungen nach Umbenennung von Straßen zu Ehren von Kardinal Lorenz Jaeger mehren sich in Nordrhein-Westfalen. Der Vorstoß folgt auf eine Missbrauchsstudie, die ihm Fehlverhalten und Vertuschungen während seiner Amtszeit als Erzbischof von Paderborn vorwirft. Politische Parteien und Kommunalverwaltungen leiten nun Schritte ein, um seinen Namen aus dem öffentlichen Raum zu entfernen.

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Jaeger stand der Erzdiözese Paderborn von 1941 bis 1973 vor. Eine kürzlich im Auftrag der Kirche erstellte Studie kam zu dem Schluss, dass er und sein Nachfolger in die Vertuschung von Missbrauchsfällen verwickelt waren. Diese Erkenntnisse haben nun lokale Initiativen ausgelöst.

In Arnsberg fordern sowohl SPD als auch CDU die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim. Die CDU hat sich öffentlich von dem verstorbenen Kardinal distanziert, während die SPD auf seine nachgewiesene Rolle in den Missbrauchsskandalen hinwies. Eine Bürgerversammlung am 20. April soll Anregungen der Anwohner für einen neuen Namen sammeln.

In Paderborn, wo eine Straße und ein Platz nach Jaeger benannt sind, wurde die Umbenennung bereits beschlossen. Olpe ging 2023 mit voran und benannte sein katholisches Jugendzentrum um.

Auch in Werl und Wenden werden derzeit Straßen mit Jaegers Namen überprüft. Der Rat in Werl hat die Bevölkerung konsultiert und wird die Angelegenheit im Mai beraten. In Wenden soll der Gemeinderat ebenfalls bald eine Entscheidung herbeiführen.

Sowohl SPD als auch CDU in Arnsberg betonen die Bedeutung der Bürgerbeteiligung bei der Auswahl eines neuen Namens. Die Parteien sind sich einig, dass die Bevölkerung in den Prozess einbezogen werden muss.

Die Umbenennungsinitiativen sind Teil einer größeren Bewegung, die historische Verfehlungen innerhalb der Kirche aufarbeitet. Falls die Pläne umgesetzt werden, verschwindet Jaegers Name aus dem öffentlichen Raum mehrerer Städte. Die endgültigen Beschlüsse in Werl und Wenden werden bis Mai erwartet.

Quelle