13 June 2026, 04:21

Thyssenkrupp baut Wasserstoff-Stahlwerk für klimaneutrale Produktion bis 2029

Wasserstoff ersetzt Hochofen: Planungsauftrag für DRI-Anlage in Duisburg vergeben

Thyssenkrupp baut Wasserstoff-Stahlwerk für klimaneutrale Produktion bis 2029

Thyssenkrupps Stahlwerk in Duisburg durchläuft einen tiefgreifenden Wandel, um die Emissionen drastisch zu senken. Der Standort ersetzt seine Hochöfen durch eine wasserstoffbasierte Anlage. Das Projekt hat bereits staatliche Fördermittel in Höhe von 2 Milliarden Euro erhalten und mit dem Bau im Mitte 2024 begonnen.

Die Erdarbeiten starteten bereits im vergangenen Sommer, und die Fundamente für die neue Anlage sind nun fertiggestellt. Die Baustelle umfasst eine Fläche von fast 40 Fußballfeldern, auf der mehr als 60 separate Gebäude und Einrichtungen entstehen sollen.

Die neue Direktreduktionsanlage (DRI) setzt auf die Midrex-Flex-Technologie, die es ermöglicht, sie zunächst mit einer Mischung aus Erdgas und Wasserstoff zu betreiben, bevor sie bis 2029 vollständig auf grünen Wasserstoff umstellt. Bei voller Kapazität wird die Anlage jährlich 143.000 Tonnen Wasserstoff benötigen – das entspricht 5,6 Terrawattstunden.

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Sobald die Anlage in Betrieb ist, wird sie jährlich 2,5 Millionen Tonnen kohlenstoffarmes Eisen in Form von Heißbriketts (HBI) produzieren. Ab 2028 soll schrittweise Wasserstoff eingesetzt werden, bevor 2029 der vollständige Wasserstoffbetrieb aufgenommen wird. Die Umstellung wird die CO₂-Emissionen um bis zu 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren – das entspricht etwa einem Fünftel der gesamten Emissionen der deutschen Stahlindustrie.

Derzeit verursacht die deutsche Stahlbranche rund 30 Prozent der industriellen Treibhausgase des Landes. Die neue DRI-Anlage soll diesen Wert deutlich senken. Die Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen finanzieren das 2-Milliarden-Projekt gemeinsam, um die Transformation zu unterstützen.

Quelle