15 May 2026, 22:26

Untersuchung entkräftet Vorwürfe ritueller Gewalt in fünf deutschen Bistümern

Ein Buch, das die Geschichte der katholischen Kirche mit Bildern ihrer Räume, Korridore, Artefakte und erklärendem Text zeigt.

Untersuchung: Keine Beweise für Ritualmissbrauch in Diözesen - Untersuchung entkräftet Vorwürfe ritueller Gewalt in fünf deutschen Bistümern

Unabhängige Untersuchung findet keine Beweise für Ritualgewalt in deutschen Bistümern

Eine unabhängige Untersuchung zu Vorwürfen ritueller Gewalt und organisierten Missbrauchs in mehreren deutschen Bistümern hat keine Belege für die Behauptungen gefunden. Die von der Kölner Kanzlei Feigen-Graf geleitete Prüfung untersuchte Anschuldigungen gegen hochrangige Kirchenvertreter, kam jedoch zu dem Schluss, dass keine schweren Straftaten stattfanden.

Im Fokus der Ermittlungen standen fünf Bistümer: Münster, Essen, Paderborn, Hildesheim in Niedersachsen sowie das Erzbistum Köln. Die Untersuchung umfasste Befragungen von Betroffenen und psychologische Gutachten zu deren Aussagen. Zu den Beschuldigten – letztlich aber entlasteten – Persönlichkeiten zählten prominente Kirchenmänner wie Franz Kardinal Hengsbach, Joseph Kardinal Höffner und Joachim Kardinal Meisner.

Die Psychologinnen Silvia Gubi-Kelm und Petra Wolf gelangten zu der Einschätzung, dass die Schilderungen rituellen sexuellen Missbrauchs auf falschen Erinnerungen beruhten. Sie wiesen darauf hin, dass Therapeuten die Vorwürfe möglicherweise unbewusst durch suggestive Befragungstechniken beeinflusst hätten. Den Betroffenen selbst wurde keine Schuld gegeben, da sie von der Richtigkeit ihrer Aussagen überzeugt waren.

Der Bericht kritisierte ehemalige Beratungsstellen im Bistum Münster dafür, die Theorie der Ritualgewalt verstärkt zu haben. Diese Einrichtungen, die im März 2023 geschlossen wurden, standen in der Kritik, bei Hilfesuchenden gezielt nach verdrängten Erinnerungen gesucht zu haben. Die Ermittler hielten die Schließung für einen notwendigen, wenn auch längst überfälligen Schritt.

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Es fanden sich keine objektiven Beweise für die Existenz organisierter Netzwerke, Vergewaltigungen, erzwungener Abtreibungen oder Tötungsdelikte unter Beteiligung von Klerikern. Die Vorwürfe, die von den Betroffenen als zutiefst real empfunden wurden, ließen sich sachlich nicht untermauern.

Die Ergebnisse beenden eine jahrelange Untersuchung zu schweren, aber unbelegten Vorwürfen. Der Bericht warnt vor den Risiken suggestiver Therapiemethoden und bestätigt, dass keine Straftaten der genannten Geistlichen nachgewiesen werden konnten. Die umstrittenen Beratungsansätze in Münster wurden inzwischen eingestellt – entsprechend den Empfehlungen der Untersuchung.

Quelle