Walpurgisnacht: Wenn Hexen, Feuer und Frühlingszauber die Dunkelheit erobern
Maria-Luise KensyWalpurgisnacht: Wenn Hexen, Feuer und Frühlingszauber die Dunkelheit erobern
Walpurgisnacht – Wenn Hexen und Frühlingsfeuer die Nacht beherrschen
Jedes Jahr findet die Walpurgisnacht in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai statt. Das Fest verbindet uralte heidnische Bräuche mit christlichen Einflüssen und läutet den Frühling ein. Der Legende nach versammeln sich in dieser Nacht Hexen zu einem großen Festmahl auf dem Brocken, dem höchsten Gipfel des deutschen Harzes.
Der Name Walpurgisnacht geht auf die heilige Walburga zurück, eine angelsächsische Äbtissin, die als Missionarin in Deutschland wirkte. Ihr Gedenktag fällt auf den 1. Mai, und mit der Zeit vermischte sich der Vorabend dieses Tages mit älteren Frühlingsriten. Schon im 9. Jahrhundert verschmolzen christliche Verehrung und heidnische Traditionen zu der heutigen Feier.
Volksglauben zufolge fliegen Hexen in dieser Nacht auf ihren Besen vom Hexentanzplatz in Thale zum Brocken – auch Blocksberg genannt. Der Berg war im 15. und 16. Jahrhundert berüchtigt für seine Verbindung zu Hexenprozessen. Der Sage nach halten Hexen und Zauberer dort ein wildes Treiben ab, ein so genanntes Hexensabbat, bei dem sie bis zum Morgengrauen schmausen und tanzen.
Mit der Aufklärung verflüchtigte sich die Angst vor dämonischen Versammlungen. Stattdessen wurde die Nacht zu einer fröhlichen Begrüßung des Frühlings. Heute entzündet man Hexenfeuer und feiert den "Tanz in den Mai". Die Festlichkeiten dauern oft bis weit nach Mitternacht und gehen nahtlos in die Maifeierlichkeiten über.
Die Walpurgisnacht bleibt vor allem in Deutschland und Teilen Europas eine lebendige Tradition. Mit Feuer, Tanz und alten Sagen hält man den Geist des Festes wach – als heiterer Übergang vom April in die wärmeren Maitage.






