Warum immer mehr Menschen der Demokratie den Rücken kehren – eine alarmierende Analyse
Maria-Luise KensyWarum immer mehr Menschen der Demokratie den Rücken kehren – eine alarmierende Analyse
Warum sich manche Gruppen von der Demokratie abwenden: Ein neues Buch des Soziologen Aladin El-Mafaalani
In seinem neuen Buch untersucht der Dortmunder Soziologe Aladin El-Mafaalani, warum sich bestimmte Gruppen zunehmend von der Demokratie abkehren. Im Fokus seiner Forschung stehen Menschen, die staatlichen Institutionen, Gerichten, der Wissenschaft oder den Medien kein Vertrauen mehr entgegenbringen. Häufig enden sie als Unterstützer von Parteien, die sich gegen die liberale Demokratie selbst richten.
El-Mafaalani bezeichnet diese Gruppen als "Gemeinschaften des Misstrauens". Seine These: Misstrauische Menschen vertrauen vor allem denen, die ihre Skepsis teilen. Über digitale Medien vernetzen sie sich, organisieren sich und verstärken gegenseitig ihre Überzeugungen.
Seine Analyse hilft, den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump in den USA oder der rechtspopulistischen AfD in Deutschland zu erklären. Populistische Strategen, so El-Mafaalani, arbeiten gezielt daran, das Vertrauen in demokratische Institutionen zu untergraben. Doch er warnt: Allein der Nachweis, dass die AfD inkompetent ist, werde ihre Anhänger nicht zurück in die politische Mitte führen.
Stattdessen deutet seine Arbeit darauf hin, dass wirksame Gegenstrategien gegen den Rechtspopulismus nötig sind. Die eigentliche Herausforderung liegt darin, dort wieder Vertrauen aufzubauen, wo es über Jahre verloren ging.
Das Buch mit dem Titel "Gemeinschaften des Misstrauens" bietet einen analytischen Rahmen, um die politischen Verschiebungen der letzten Jahre zu verstehen. Zwar untersucht es nicht konkret die digitalen Strategien der AfD, doch es zeigt auf, wie sich Misstrauen verbreitet und verfestigt. El-Mafaalanis Erkenntnisse verweisen auf tiefgreifende Probleme darin, wie die Demokratie mit enttäuschten Bürgern umgeht – oder es versäumt, sie einzubinden.






