Wie ein deutsches Start-up mit Duschwasser die Energiewende vorantreibt – doch die Bürokratie blockiert
Stephen SchleichWie ein deutsches Start-up mit Duschwasser die Energiewende vorantreibt – doch die Bürokratie blockiert
Ein deutsches Start-up kämpft für die Verbreitung einer weitgehend unbekannten Energiesparmethode
Die Unocconi GmbH, gegründet vom Industrieingenieur Steffen Nittbaur und seinem Sohn Valentin, hat sich auf die Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser von Duschen spezialisiert. Trotz nachgewiesener Effizienz hindern strenge Vorschriften die Technologie in Deutschland bisher an einer breiteren Verbreitung.
Steffen Nittbaur, 60, arbeitete 25 Jahre bei Mercedes-Benz, bevor er sich mit der Unocconi GmbH selbstständig machte. Sein Sohn Valentin, 24, stieg nach einem dualen Studium der Betriebswirtschaftslehre mit ein und ist seit Anfang 2025 in Vollzeit für das Unternehmen tätig.
Die von ihnen beworbene Lösung – dezentrale Wärmerückgewinnung aus Duschwasser – zählt zu den effizientesten Energiesparmethoden in Gebäuden. Über 120.000 solcher Systeme sind bereits in Europa installiert, etwa in der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien und Belgien. In Deutschland jedoch stockt die Verbreitung, vor allem wegen regulatorischer Hürden wie fehlender Trinkwasserzertifizierung.
Nittbaur, der zudem einen Master in Umweltwissenschaften im Fernstudium absolviert hat, betont, dass steigende Energiekosten diese Technologie unverzichtbar machen. Sein Ziel: Jeder Neubau und jede Sanierung in Deutschland sollte sie standardmäßig einbauen.
Trotz der aktuellen Hindernisse setzt sich die Unocconi GmbH weiter für die Technologie ein. Sollten sich die Vorschriften ändern, könnte das System zum Standard in deutschen Gebäuden werden. Bis dahin konzentriert sich das Unternehmen darauf, Bekanntheit und Akzeptanz zu steigern.






